Für die Kunden der Modekette soll sich trotz Insolvenz nichts ändern

Mode-Kette in Kempen : Insolvenzantrag: „Miller & Monroe“ bleibt offen

Das Unternehmen hinter der Mode-Kette ist zahlungsunfähig. Seit Mai 2018 gibt es das Geschäft in Kempen.

Vor knapp einem Jahr, im Mai 2018, öffnete das Modegeschäft Miller & Monroe an der Ecke Kirch-/Judenstraße in der Kempener Altstadt seine Pforten. Nun hat das Unternehmen dahinter, die Vidrea Deutschland GmbH, zum 1. März Insolvenz angemeldet (die WZ berichtete am Mittwoch). Diese gehört zur niederländischen Victory & Dreams Gruppe mit Sitz in Breukelen bei Amsterdam. Diese Firma hatte im vergangenen Jahr die deutschen Filialen der Schweizer Modekette Charles Vögele übernommen – darunter auch die in Kempen. Unter der Marke Miller & Monroe wurde ein neues sogenanntes Store-Konzept eingeführt. Vidrea betreibt 163 Filialen in Deutschland und beschäftigt rund 1800 Mitarbeiter.

Insolvenzverwalter ist der Stuttgarter Rechtsanwalt Jochen Sedlitz von der Kanzlei Menold Bezler. Gemeinsam mit seinem Team und der Geschäftsleitung um Alexander Hes erfolge nun zunächst eine Analyse des Geschäftsbetriebs und der Insolvenzgründe, heißt es in einer Pressemitteilung der Kanzlei. Ziel sei ein Sanierungskonzept, das möglichst viele Arbeitsplätze und Standorte erhält. Die Löhne der Mitarbeiter seien durch das Insolvenzgeld über die Bundesagentur für Arbeit erst einmal bis Juni gesichert.

Durch den Insolvenzantrag ändere sich für die Kunden zunächst einmal nichts. „Unsere Kunden werden weiterhin vollumfänglich bedient“, so Geschäftsführer Hes, der zuversichtlich ist. „Ganz im Gegenteil werden wir gestärkt aus dem Prozess gehen und bitten daher alle, weiterhin bei Miller & Monroe einzukaufen.“ Laut Hes ist die Insolvenz notwendig geworden, da unter anderem wichtige finanzielle Zusagen des Verkäufers Sempione Fashion AG (vormalige Charles Vögele Schweiz) durch die Insolvenz der Vögele Gruppe letztes Jahr nicht eingehalten wurden. Das Konzept Miller & Monroe sei gut und tragfähig.

Unabhängig davon laufen an dem Wohn- und Geschäftshaus an der Ecke Kirch-/Judenstraße zurzeit die Arbeiten zum Umbau des Dachgeschosses. Dort sollen drei Wohnungen entstehen. Und dafür wird umgebaut und auch die Fassade im oberen Bereich leicht verändert. Das Ladenlokal galt früher als „Filetstück“ in der Altstadt. Über Jahre war dort das inhabergeführte Modegeschäft der Familie Stuckmann ansässig. Nun ist die Zukunft ungewiss.

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