Fünf Delegierte aus dem Kreis Viersen reisen zum Bundesparteitag

Politik im Kreis Viersen: CDU: Mit Spannung nach Hamburg

Fünf Delegierte aus dem Kreis Viersen werden über die Nachfolge von Angela Merkel mit entscheiden. Die WZ zeichnet mit den Christdemokraten ein Stimmungsbild.

Annegret Kramp-Karrenbauer? Friedrich Merz? Oder vielleicht doch der Außenseiter Jens Spahn? Am Freitagabend müssen sich die Delegierten auf dem CDU-Bundesparteitag entscheiden, wer an der Spitze der Christdemokraten auf Angela Merkel folgen soll. Unter den 1001 Delegierten werden in Hamburg auch fünf aus dem Kreis Viersen sein: Bundestagsabgeordneter Uwe Schummer (Willich), die beiden Landtagsabgeordneten Marcus Optendrenk (Nettetal) und Stefan Berger (Schwalmtal), Michael Aach (Viersen) sowie Peter Fischer (Kempen), der in Vertretung für Anne Daniels (Viersen) nach Hamburg fahren wird. Daniels sei verhindert, hieß es aus der Kreisgeschäftsstelle der CDU. Vor dem mit Spannung erwarteten Parteitag hat die WZ bei den Delegierten ein Stimmungsbild eingeholt.

„AKK kann Kampagne und AKK kann auch Kanzlerin.“ Für den Abgeordneten Schummer ist schon klar, dass er Annegret Kramp-Karrenbauer wählen wird. Zum einen deshalb, weil ihr Wahlsieg im Saarland die CDU auf den Weg gebracht habe, die Landtagswahlen in Schleswig-Holstein und NRW zu gewinnen sowie auf Bundesebene den Schulz-Zug zu stoppen. Zudem sei der Verzicht Kramp-Karrenbauers auf das Ministeramt zugunsten des Postens als CDU-Generalsekretärin ein „großer Dienst an der Partei“.

Ferner sieht Uwe Schummer in der politischen Ausrichtung der Kandidatin die einzige Chance, damit die CDU auch weiter regieren kann. „AKK wäre eine Kanzlerkandidatin von der demokratischen Rechten bis zur linken Mitte“, sagt Schummer. Sowohl Friedrich Merz als auch Jens Spahn hätten dieses Spektrum nicht zu bieten. In jedem Fall werde es ein „spannungsgeladener Parteitag“.

Optendrenk und Fischer haben sich noch nicht entschieden

Im Gegensatz zu Uwe Schummer hat sich Kreisvorsitzender Marcus Optendrenk nach eigenen Angaben noch nicht auf einen Kandidaten oder eine Kandidatin festgelegt. „Ich habe mir noch keine abschließende Meinung gebildet“, so Optendrenk auf Anfrage der WZ. Wegen der Haushaltsberatungen im Landtag habe er nicht an der Regionalkonferenz in den Düsseldorfer Messehallen teilnehmen können.

Grundsätzlich sieht Optendrenk – wie auch Uwe Schummer – die laufende Diskussion „sehr positiv“. Es gebe ein großes Interesse an der CDU und am künftigen Kurs der Partei. Dieser demokratische Prozess sei ein guter Prozess, so der Landtagsabgeordnete. Die Tatsache, dass 4000 Mitglieder in Düsseldorf waren, spreche für sich. „Mehrere Busse“ seien aus dem Kreis Viersen aus Anlass der Regionalkonferenz nach Düsseldorf gefahren. „Unabhängig vom Ergebnis am Freitag sehe ich die Entwicklung in der CDU als positiv an“, sagt Marcus Optendrenk.

Wie der Kreisvorsitzende hat sich auch Kreistags-Fraktionschef Peter Fischer noch nicht endgültig entschieden. „Ich hege große Sympathien für Friedrich Merz“, sagte der Kempener gegenüber der WZ. „Allerdings hat mich Annegret Kramp-Karrenbauer beim letzten Bundesparteitag in Berlin sehr überzeugt.“ Zudem verfüge sie über große Erfahrung in der Regierungsarbeit im Saarland. Deshalb will Fischer seine Entscheidung vom Auftritt der Kandidaten in Hamburg anhängig machen. Vor allem die Frage, wo und für was Friedrich Merz nach seiner politischen Auszeit nun wirklich steht, wolle Fischer für sich geklärt haben. Jens Spahn spiele in Fischers Überlegungen keine Rolle.

Ebenfalls in Hamburg dabei sein wird Michael Aach, Schatzmeister der Kreis-CDU. Der Viersener war am Dienstag krankheitsbedingt nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Gegenüber der „Rheinischen Post“ hatte der geschäftsführende Vorstand der Gemeinnützigen Wohnungsgesellschaft (GWG) aber schon kürzlich angekündigt, sein Kreuzchen bei Friedrich Merz machen zu wollen.

Fünfter im Bunde der Delegierten ist der Landtagsabgeordnete Stefan Berger. Der Niederrhein-Kandidat für die nächste Europawahl war am Dienstag allerdings für die WZ nicht für eine Stellungnahme zum Bundesparteitag zu erreichen.

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