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Früh übt sich: Grundschüler werden zu Energiesparern

Früh übt sich: Grundschüler werden zu Energiesparern

Experten gaben Kindern der Regenbogenschule Tipps, wie man mit den wertvollen Ressourcen umgeht.

Kempen. Alexander und Tristan kleben sorgfältig eine schwarze Folie auf die Innenseite der Schuhkartons, die vor ihnen auf dem Tisch stehen. Anschließend legen die Grundschüler gefüllte Halbliter-Plastikflaschen hinein und verschließen die Schachteln mit einer Klarsichtfolie.

„Das ist ein Solarthermie-Kollektor“, erklärt Marco Dyhr. Der Mitarbeiter des Vereins Deutsche Umwelt-Aktion ist in der Klasse 4 c der Regenbogenschule zu Gast, um den Kindern zu erklären, wie man richtig mit Energie umgeht.

„Schüler in diesem Alter sind absolut umweltbewusst“, sagt Dyhr. Man könne deshalb gar nicht früh genug damit anfangen, sie an entsprechende Themen heranzuführen. Mit dem Kollektor können die Kinder Getränke in den Plastikflaschen erwärmen. Scheint die Sonne auf die schwarze Folie, wird darin Wärme aufgenommen. Durch die Klarsichtfolie wird die aufgeheizte Luft schließlich gespeichert und die Flüssigkeit erwärmt sich.

Um den Kindern Erdwärme zu erklären, fordert Dyhr sie dazu auf, ihre Handballen fest zusammenzudrücken und dann zu reiben. Dabei entstehe Wärme, wie bei einer Pumpe. „Sobald der Druck wieder entweichen kann, wird es wieder kälter.“

Besonders angetan sind die Grundschüler von Grashüpfer „Heiner“, den Marco Dyhr mitgebracht hat. Auf dem Rücken der Figur ist eine kleine Solarzelle montiert. Scheint die Sonne darauf, krabbelt Heiner über den Tisch.

Finanziert wird das Projekt „Richtig heizen — da freut sich unsere Umwelt“ von Elektro- und Heizungsinstallateur Heribert Welter sowie der Remscheider Firma Vaillant. „Ich finde, dass man Kinder früh für den Umgang mit Energie sensibilisieren muss“, meint Welter. Die Schüler seien sehr interessiert und wollten wissen, an welchen Stellen sie selbst etwas sparen können. „Ein Beispiel ist, dass viele danach lieber zu Fuß zur Schule laufen wollen, als sich mit dem Auto bringen zu lassen.“

Auch Lehrerin Dorothee Multhaupt hat schon erste Auswirkungen festgestellt. „Als ich gefragt habe, ob wir das Licht einschalten sollen, wollte die Klasse das nicht, um Energie zu sparen.“ Das Projekt ergänze sich perfekt mit dem Sachkunde-Unterricht, in dem das Thema Strom ohnehin behandelt wurde. Multhaupt: „Als nächstes beschäftigen wir uns mit Wasserkraft.“