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Friedhöfe in Kempen: Immaterielles Erbe Friedhofskultur

Kulturerbe in Kempen : Kulturerbe: Friedhöfe bekommen Schilder

. (ure) Die Friedhofskultur in Deutschland ist immaterielles Kulturerbe. Auf Empfehlung der Deutschen Unesco-Kommisssion hat im März 2020 die Kultusministerkonferenz die Aufnahme in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes beschlossen.

Zu diesem Inventar gehören beispielsweise auch die rheinische St. Martinstradition, die Trinkhallenkultur, die Bolzplatzkultur oder auch das Brieftaubenwesen. Dieses immaterielle Erbe umfasst nicht die Friedhöfe an sich, sondern die „lebendigen Ausdrucksformen, die von menschlichem Wissen und Können getragen, von Generation zu Generation weitervermittelt und stetig neu geschaffen und verändert werden“, wie es die deutsche Unesco-Kommission formuliert.

Jeyaratnam Caniceus, Fraktionsvorsitzender der ÖDP/Linke im Kempener Stadtrat, will in Kempen Friedhöfe als immaterielles Kulturerbe ausschildern lassen. Dafür habe er schon mit dem Kuratorium „Immaterielles Erbe Friedhofskultur“ Kontakt aufgenommen. Außerdem wandte er sich mit einer Anfrage an Kempens Bürgermeister Christoph Dellmans, ob die Stadt Kempen sich vorstellen könnte, am 19. September, am Tag des Friedhofes, in einem kleinen, feierlichen Rahmen Kempens Friedhöfe mit einem Schild vor dem jeweiligen Friedhof als immaterielles Kulturerbe zu kennzeichnen. Seine Anfrage stieß bei der Verwaltung auf Verständnis. Man wolle schon deutlich vor September dieses Vorhaben realisieren.

Die Schilder erzeugten zwar nur eine symbolische Wirkung, aber in einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft hätten Symbole eine große Aussagekraft, betonte Caniceus. Außerdem benötige die Anbringung des Schildes keinen Ratsbeschluss. Zudem rege in Zeiten, in denen das Friedhofswesen als finanzielle und zeitliche Belastung betrachtet werde, eine Ausschilderung als immaterielles Kulturerbe zum Nachdenken an. Inzwischen hätten zahlreiche Friedhöfe Schilder angebracht, berichtet der Ratsherr. „Die Friedhöfe sind nicht nur Grabstätten, sondern ein lebendiger Ausdruck der Gesellschaft“, sagte Caniceus.

(ure)