Freie Stellflächen am Arnoldhaus in Kempen

Freie Stellflächen : Arnoldhaus: „Genug Parkplätze“

Stadt und Betreiber der Stellfläche verweisen auf das kostenpflichtige Angebot.

Hinter dem Kempener Bahnhof gibt es genügend Stellflächen für Autos – sie werden nur zu wenig genutzt. Das ist die Botschaft, die Stadtverwaltung und Parkplatz-Bewirtschafter bei einem Ortstermin am Donnerstagvormittag verkünden wollten. Konkret geht es um eine Fläche an der Schorndorfer Straße gegenüber der Bundespolizei. Dort besteht bereits seit Anfang Juli des vergangenen Jahres ganz offiziell der „Parkplatz am Arnoldareal“ (die WZ berichtete). Schon vorher gab es in diesem Bereich eine Schotterfläche, auf der geparkt wurde – damals noch kostenlos.

Die ersten 20 Minuten
sind frei

Inzwischen ist das Areal komplett gepflastert bzw. mit Deckschicht versehen, es gibt zwei Ein- und Ausfahrten und Ticket-Automaten. Diese müssen mit einem Euro pro Stunde „gefüttert“ werden, die ersten 20 Minuten sind frei. Um ein Rezept beim Arzt abzuholen oder seine Steuererklärung beim Finanzamt abzugeben, dürfte das vermutlich reichen. Das Tagesticket kostet fünf Euro. Damit gebe es keinen günstigeren öffentlichen Parkplatz in Kempen – es sei denn, man darf kostenlos stehen. Dauerparker bezahlen sogar nur einen Euro am Tag.

Vor diesem Hintergrund wundern sich die Verantwortlichen, dass den 24-Stunden-Parkplatz zumindest bislang verhältnismäßig wenige Autofahrer ansteuern. Genau 214 Wagen könnten gleichzeitig parken. Die maximale Auslastung liege derzeit aber bei nur rund 100 Fahrzeugen, erklärt Gerd Janssen. Er ist, zusammen mit dem bekannten Kempener Unternehmer Thomas Engels (Kerzen), Gesellschafter der Parkplatz-GbR. Janssen ist Geschäftsführer des Straelener Projektentwickler Consens, der die drei Rathaus-Bürogebäude an der Schorndorfer Straße errichtet und an die Stadt verkaufen wird. Ebenso hat das Unternehmen in den vergangenen Jahrzehnten das gesamte Arnold-Areal mit Finanzamt, Moses-Verlag, Bundespolizei, Küchenstudio und Ärztehaus umgestaltet.

33 eigene Parkplätze sollen den Verwaltungsmitarbeitern vor ihrem künftigen Bürostandort zugewiesen werden, hieß es am Donnerstag. Auch ausgewiesene Besucherparkplätze soll es geben. Unter anderem ziehen bekanntlich die Ämter für Schule, Sport, Soziales und Jugend vom Buttermarkt und aus St. Hubert an den Bahnhof um. Bürgermeister Volker Rübo sagte auf WZ-Nachfrage, dass es nicht gelingen werde, dass alle Rathaus-Mitarbeiter kostenfrei parken könnten. Das sei aber heute nicht anders, so der Bürgermeister.

Genügend freie Dauerparkplätze am „Arnoldareal“ wären vorhanden. Derzeit nutzten lediglich etwa 60 Leute einen solchen Stellplatz. Sie dürfen „bevorrechtigt“ durch die Schranken fahren und sich einen freien Platz aussuchen. Eigene „Reserviert“-Schilder sind nicht vorgesehen.

Der Parkplatz ist beleuchtet und videoüberwacht, es gibt einen Hausmeister und Winterdienst. Sollte der Parkplatz demnächst „voll einschlagen“, sprich deutlich stärker frequentiert werden als bisher, ist sogar eine Erweiterung um 115 Plätze denkbar (in Richtung de Beukelaer).

Antwort auf Antrag
der CDU-Fraktion

Wenn man so will, hat die Stadtverwaltung mit ihrem Presse-Ortstermin auch auf einen Antrag der CDU-Fraktion reagiert (die offizielle Antwort steht gleichwohl noch aus). In dem Antrag hatten die Kempener Christdemokraten Ende des Jahres um die Prüfung einer Erweiterung der Park-und-Ride-Anlage (P+R) gebeten. Angesprochen wurde unter anderem der Bau einer „zweiten Parkebene“. Der im Antrag geschilderte Hintergrund: „Die beidseits der Bahnlinie liegenden Parkplätze sind bereits ab den frühen Morgenstunden und Beginn des Bahnverkehrs, offensichtlich ganz überwiegend durch Pendler, ausnahmslos belegt.“ Schon heute werde auf nicht für Parkzwecke geeignete Randstreifen und Grünstreifen entlang des Parkplatzes und an der Schorndorfer Straße ausgewichen. „Der Bedarf wächst erkennbar.“

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