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Freibad in Grefrath: Politik schaut auf die Finanzen

Diskussion : Freibad: Politik schaut auf die Finanzen

Zwar müssen die Ratsfraktionen die vorgelegten Pläne zur Sanierung des Grefrather Bades noch beraten. Doch schon jetzt ist klar, dass man die Ausgaben im Blick haben wird.

Soll nun doch schnell eine Entscheidung her in Sachen Freibad-Sanierung? Wie berichtet, hat die Gemeindeverwaltung für den Haupt- und Finanzausschusses am 4. Februar eine entsprechende Vorlage mit Vorschlägen präsentiert. Zusammen mit den Gemeindewerken als Eigentümerin und Betreiberin wurden vier Varianten mit unterschiedlichen Kosten erarbeitet. Diese Vorschläge werden nun in den Fraktionen politisch beraten.

Andreas Sonntag, Fraktionsvorsitzender der Grünen, freut sich, dass die Verwaltung den Antrag der Grünen aufgegriffen, und nun Vorschläge für eine schrittweise Sanierung macht. „Wir halten die Überlegungen der Verwaltung, auch im Hinblick auf eine mögliche Landesgartenschau, für sehr sinnvoll und werden uns klar für die Sanierung des Freibades aussprechen“, so Sonntag weiter.

CDU: Erst ist
das Hallenbad dran

Wilma Hübecker, CDU-Fraktionsvorsitzende und Aufsichtsratsvorsitzende der Gemeindewerke Grefrath, will diese Zahlen nun in der Fraktion eingehend beraten und sich auch mit den Fachleuten bei den Gemeindewerken dazu auseinandersetzen. Im Grunde sei man für eine Sanierung und damit den Erhalt des Freibades, so Hübecker. Ob es aber wirklich so schnell geht, wie in der Vorlage beschrieben, da hat sie doch erhebliche Zweifel. „Wir sind zurzeit noch in den Planungen für das neue Lehrschwimmbecken“, so Hübecker. Wie berichtet, erhält das Grefrather Hallenbad ein komplett neues Lehrschwimmbecken in einem neuen Anbau zur Schulwiese hin. Erst danach könne man sich an die Sanierung des Freibades machen. Welche Variante realistisch ist und wie viel Geld man dafür bereit sei auszugeben, müsse man noch beraten.

Dann rücke man auch schon wieder näher an eine Entscheidung für oder gegen die Ausrichtung einer Landesgartenschau in Grefrath. Die Christdemokraten hatten mit Blick auf eine mögliche Bewerbung Grefraths um die Landesgartenschau im September mitgeteilt, dass das Thema Freibad frühestens Ende 2021 oder Anfang 2022 entscheidungsreif sei.

Die Landesgartenschau, die falls Grefrath sich bewirbt und den Zuschlag erhält, 2026 stattfindet, wird bei den Überlegungen berücksichtigt, weil man sich im Zuge des Projektes Vorteile für die Infrastrukltur der Gemeinde im Allgemeinen und das Freibad im Speziellen verspricht. Sollte Grefrath den Zuschlag erhalten, könnten zum Beispiel dafür benötigte Sanitäranlagen und Kassenbereich später für das Freibad genutzt werden.

FDP: Nicht schon wieder Haushaltssicherungskonzept

Die SPD-Fraktion will mit einer Entscheidung nicht so lange warten. Noch gebe es zu viele Fragezeichen an der Bewerbung für die Landesgartenschau, so der SPD-Fraktionsvorsitzende Bernd Bedronka.  Zudem hat nicht zuletzt die Begehung der Sportstätten im September gezeigt, dass die Wasseraufbereitungstechnik im Freibad marode ist. Auch in Sachen Gastronomie müsse etwas passieren. Zurzeit ist der Kiosk nicht zu nutzen. „Das ist ja auch ein Bereich, der uns Geld einbringt, das wir brauchen“, so Bernd Bedronka. Mit den kürzlich vorgelegten Varianten will sich die Fraktion nun in ihrer Haushaltsklausur beschäftigen. Generell sei man für den Erhalt. Für Bedronka ist eine valide Finanzierungsgrundlage die Bedingung für eine Entscheidung. „Abenteuer werden wir nicht eingehen“, so Bedronka.

Die FDP wird die Vorlage bei ihrer Fraktionssitzung am Donnerstagabend besprechen. Klar ist für den FDP-Fraktionsvorsitzenden Werner Mülders schon im Vorfeld, dass die Liberalen das Freibad erhalten wollen, aber auch auf ihre Prioritätenliste schauen. Und Priorität hätten zuallererst Schulen und Kindergärten. „Das Freibad ist auch ein wichtiges Thema, auch mit Blick auf die jungen Leute. Aber entscheidend sind die Finanzen“, sagt Mülders.

Für ihn steht fest: „Einmal Haushaltssicherungskonzept hat mir gereicht.“ Erst im Juli hatte die Kommunalaufsicht festgestellt, dass die Gemeinde Grefrath das Haushaltssicherungskonzept verlassen darf, in der sich die Kommune seit 2014 befand.

Vier Varianten mit
unterschiedlichen Kosten

Die Verwaltung hat für den Haupt- und Finanzausschuss am Dienstag, 4. Februar, vier Varianten vorgelegt: Bei der ersten Variante sollen zunächst nur die notwendigen Maßnahmen für die Wasseraufbereitung durchgeführt werden, bei der zweiten Variante darüber hinaus für den Kiosk. Damit wäre ein Betrieb des Freibades für die nächsten sieben bis zehn Jahre, vielleicht länger, gesichert. Variante 3 beinhaltet dazu die Sanierung von sanitären Einrichtungen, Umkleiden und Eingangsbereich, Variante 4 die Veränderung von Wasserbecken. Die Kosten der Varianten liegen zwischen einer und vier Millionen.