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Flugzeugabsturz Grefrath: Kriminalpolizei ermittelt Absturzursache

Flugzeugabsturz in Grefrath : Kriminalpolizei ermittelt Absturzursache

Beim Landeanflug auf den Flughafen Grefrath stürzte die Maschine mit zwei Insassen, einem Fluglehrer und einem Flugschüler, ab. Der Flugschüler starb, der Lehrer ist verletzt.

. (sdr) Aus bislang unbekannter Ursache stürzte am Mittwochabend, 26. Mai, gegen 18.25 Uhr das Flugzeug einer Flugschule aus Grefrath beim Landeanflug auf den Flughafen Grefrath-Niershorst ab. Bei dem Flug soll es sich um einen Übungsflug gehandelt haben. Ein 32-jähriger Grefrather kam bei dem Absturz ums Leben, nach derzeitigem Ermittlungsstand ist höchstwahrscheinlich davon auszugehen, dass der 32-Jährige während der Flugstunde das Flugzeug gesteuert hat, meldete die Kreispolizeibehörde Viersen am Donnerstagnachmittag. Der aus Meerbusch stammende Fluglehrer (60) wurde bei dem Absturz schwer verletzt und mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik geflogen. Akute Lebensgefahr bestehe derzeit nicht, meldete die Kreispolizeibehörde weiter.

Nach aktuellen Erkenntnissen handelt es sich bei dem tödlich Verunglückten um ein Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Grefrath, der auch der Bürgermeister Grefraths, Stefan Schumeckers, seit 30 Jahren angehört. Als Brandmeister ist er stellvertretender Leiter der Gesamtwehr Grefrath und drückt mit großer Betroffenheit seine tiefe Verbundenheit mit dem Opfer und seinen Angehörigen aus.

Auch die Feuerwehr Viersen reagierte am Donnerstagvormittag in den sozialen Medien auf den Unfall: „In stiller Trauer und tiefem Mitgefühl nehmen wir Anteil am tragischen Tod des Kameraden der Feuerwehr Grefrath. Wir wünschen der Familie, den Freunden und den Feuerwehrangehörigen viel Kraft“, heißt es auf der Facebook-Seite der Feuerwehr Viersen.

Bei dem verunglückten Flugzeug handelte es sich um eine DA20 Katana, ein zweisitziges Leichtflugzeug des österreichischen Herstellers Diamond Aircraft. Das leichte Verbundflugzeug mit einer Spannweite von 10,90 Metern wird sowohl in Österreich als auch in Kanada hergestellt. Da das Flugzeug hauptsächlich aus faserverstärktem Kunststoff gebaut und für seine Wirtschaftlichkeit bekannt ist, wird es häufig als Schulflugzeug für private und kommerzielle Piloten eingesetzt.

Bei dem Absturz in Grefrath handelt es sich um den vierten bekannt gewordenen Zwischenfall mit diesem Flugzeugtyp: Am 20. Juli 2008 stürzte eine DA20 Katana kurz nach dem Start vom Flugplatz Schwenningen aus rund fünfzehn Metern Höhe ab, am 30. Juni 2015 kollidierte eine DA20-A1 Katana kurz nach dem Start vom Flugplatz Frankfurt-Egelsbach mit der Oberleitung der am Ende der Startbahn gelegenen Bahnstrecke. Noch am 2. Februar 2017 wurden zwei Insassen einer DA20 Katana bei einem Absturz in der Nähe der Stadt Melle im Landkreis Osnabrück tödlich verletzt.

Um den Absturz aufzuklären hat nun die Kriminalpolizei die Ermittlungen aufgenommen und das Bundesamt für Flugunfalluntersuchung hinzugezogen. Der Unfallhergang und die Unfallursache sind Gegenstand der andauernden Ermittlungen. Mögliche Zeugen des Unfalls werden gebeten, sich beim Kriminalkommissariat KK 1 unter der Rufnummer 02162/377-0 zu melden.

(sdr)