'Grefrath: Flüchtlinge: Vieles muss besser werden

'Grefrath: Flüchtlinge: Vieles muss besser werden

Die Fraktion der Grefrather Grünen warf im Jugend-, Sozial- und Seniorenausschuss einige Fragen auf.

Grefrath. Wie gut werden die Flüchtlinge in der Gemeinde Grefrath betreut? Diese Grundfrage steckte hinter einer ganzen Reihe von Fragen, die die Grünen-Fraktion am Montagabend in den Jugend-, Sozial- und Seniorenausschuss mitgebracht hatte, und die Antwort damit schon selbst gab: Einiges muss besser werden.

Grünen-Ratsfrau Bettina Wimmers ärgerte sich, dass die Flüchtlinge am Wochenende nicht betreut würden. Eine albanische Familie sei in einer Wohnung mit Schimmel untergebracht worden. Als das Kind am Wochenende darauf allergisch reagierte, habe man es auf den nächsten Montag vertröstet, schilderte Wimmers, die sich selbst ehrenamtlich für Flüchtlinge engagiert.

Sozialamtsleiter Volkmar Josten erklärte, dass es dafür den Bereitschaftsdienst des Ordnungsamtes gebe. Außerdem stehe es den Flüchtlingen offen, bei Notfällen ins Krankenhaus zu gehen, fügte Wilma Hübecker (CDU) hinzu. Die Flüchtlinge müssten von diesen Möglichkeiten aber auch erfahren, so Wimmers. Generell müssten sie besser informiert werden, zum Beispiel in Sachen Öffentlicher Nahverkehr und Sozialticket. Das müssten bisher vielfach die Ehrenamtler leisten. Die Kommunikation mit den Flüchtlingen sei oft schwierig, erklärte Josten. Wenn man Informationen und Schilder schon mal in Englisch und Französisch übersetzen würde, sei man einen Schritt weiter, so Bürgermeister Manfred Lommetz, der erklärte: „Wir sind gerade dabei, uns heranzuarbeiten.“

Zurzeit leben 189 Flüchtlinge in der Gemeinde Grefrath. Aber wie überall werden die Zahlen in den nächsten Wochen steigen. In den vergangenen drei Monaten hat es für die Gemeinde 80 Zuweisungen gegeben. Geht es so weiter, werden die Kapazitätsgrenzen bald erreicht sein. Die Gemeinde ist weiterhin auf der Suche nach Wohnraum.

Was müssen Hauptamtler leisten, und was können Ehrenamtler beitragen? Diese Frage gilt es möglichst bald zu beantworten — da waren sich die Politiker einig. Für die Betreuung ist eine Mitarbeiterin der Arbeiterwohlfahrt (Awo) zuständig, die einen Tag in der Woche vor Ort ist. „Wir machen was, machbar ist“, so Josten. Dann bestünde immer noch die Möglichkeit, Personal aufzustocken. Einigkeit bestand darin, dass professionelle Strukturen geschaffen werden müssen, um die Arbeit der Ehrenamtler zu lenken. Jochen Monhof (SPD) fehlte zudem die gezielte Vermittlung von Patenschaften. Christian Kappenhagen (CDU) begrüßte die Idee, einen Steuerungskreis Flüchtlinge mit Verantwortlichen aus verschiedenen Bereichen ins Leben zu rufen.

Grüne und SPD regten an, eine Stabsstelle in der Verwaltung einzurichten. Es blieb allerdings bei einer Empfehlung, das zu prüfen. Der Bürgermeister soll selbst entscheiden, wie er die Koordination vornehmen möchte. Lommetz sicherte zu, dass man ein Konzept erarbeiten wolle, um Haupt- und Ehrenamt besser zu verzahnen. Innerhalb der nächsten Wochen soll es ein Ergebnis geben.

Einen Blick wirft man auch nach Kempen, wo gerade eine Homepage zur Koordinierung von ehrenamtlicher Hilfe an den Start gegangen ist. So etwas will Lommetz für Grefrath auch umsetzen. Bei Kindergartenplätzen sei unklar, wie viele Plätze gebraucht würden, so Josten.

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