Kempen: Fliegende Tänzerinnen und Orden

Kempen: Fliegende Tänzerinnen und Orden

Der Kolping-Elferrat bot zu seinem 70. Geburtstag eine Sitzung mit vielen Höhepunkten. Die 450 Gäste riss es immer wieder von den Stühlen.

Kempen. Der Kolping-Elferrat in Kempen kann sich auf seine Schultern klopfen, denn er beschenkte sich selbst zum 70. Geburtstag mit einer fast fünfstündigen, rundum gelungenen Narrenrevue. Es reihte sich ein Höhepunkt an den anderen und die rund 450 Narren hatten kaum Zeit, einmal tief durchzuatmen. Da hatten auch Prinz Rainer und Prinzessin Angelika ihre helle Freude und Heiner Hermans, Chef der Prinzengarde, hatte sich weiblichen Beistand in Form von Schornsteinfegerinnen geholt.

Die Zuschauer ließen sich von einer Narrenschar voller Temperament und Herzblut und mit vielen unterhaltsamen Überraschungen mitreißen. Dabei waren die tänzerischen Darbietungen das herausragende Element des Abends. Auch die Musik der verschiedenen Gruppen kam an. Schon der Einzug des Prinzenpaares mit seiner Garde und gekonnter musikalischer Begleitung wurde rasch zum Triumphmarsch.

„Rot und Blau Kempen Helau“ schallte es durch den Saal. Der Jubiläumsorden des Kolping-Elferrates wurde unter anderem an das Prinzenpaar verliehen. Aber auch an das närrische Urgestein Fritz Esser, der als „der Mann mit dem Koffer“ auf vielen närrischen Bühnen unterwegs war.

Die Prinzengarde und die Tanzmariechen tanzten sich in die Herzen der Besucher, die schon bald auf ihren Stühlen standen und Zugaben forderten. Weiter ging es fetzig: Die Brass- und Performanceband „Druckluft“ in ihren bunten Anzügen und Kleidern gehörte zum Höhepunkt der Sitzung. Die jungen Leute aus Bonn präsentierten mitreißende Musik einmal anders. Immer in Bewegung, ihre Instrumente beherrschend und ein Repertoire, dass die Besucher auf eine unterhaltsame musikalische Reise mitnahm. Tempowechsel, Konfettischüsse in den Saal, die tanzende und spielende Band auf der Bühne, die jugendliche Leichtigkeit und die Art der Kommunikation mit dem Publikum bescherte der Band Jubelstürme und Zugabe-Rufe. Der Höhepunkt war am Ende ein gelungenes Geigensolo einer jungen Musikerin mit „Viva Colonia“. Dass Musiker auf Schultern durch den Saal getragen werden, sieht man auch nicht alle Tage im Kolpinghaus.

Die Jugendtanzgruppe der „Höppemötzjer“ begeisterte die Besucher mit prächtigen Schaubildern, Hebefiguren und fliegenden Tänzerinnen auf der fast zu kleinen Kolpingbühne, die auch in der Höhe an ihre Grenzen kam.

Der „lustige Rheinländer“ (Hans-Jürgen Pinter) bescheinigte den Kempenern, dass in der Altstadt „der Humor auf der Straße liegt“. Er erwies sich als Schnellsprecher der Extraklasse. Büttenredner Fritz Esser war am Samstag extra in das Kolpinghaus gekommen, um ihn noch einmal live zu erleben.

In Philipp Dammer hatte der Abend einen guten Jongleur auf der Bühne, der auch auf dem Einrad überzeugte. Doch seine Jonglage mit den Keulen war viel zu lang. Seine Zunge war ab und an schneller, als seine Hände.

Der absolute Höhepunkt war der Auftritt der „High Energy Showtanzgruppe“, dem mehrfachen deutschen Meister im karnevalistischen Showtanz. Das Publikum raste vor Begeisterung. Die Akteure boten ein erlesenes Tanzspektakel inklusive sekundenschneller Kostümwechsel auf der Bühne. Da war auch Sitzungspräsident Peter „Larry“ Wolters hin und weg.

Es war schon Mitternacht, als Bauchredner Peter Kerscher mit seiner Kuh mit ihrem „schwarz-weißen Humor“ die Gäste nochmals zu Beifallsstürmen herausforderte. Die Hauskapelle war erneut die Nightbirds Coverband.

Mehr von Westdeutsche Zeitung