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Farbtupfer gegen die Einsamkeit im Altstadtgeflüster

Altstadtgeflüster Mit den ersten Sonnenstrahlen steigt die Blumen-Nachfrage : Farbtupfer gegen die Einsamkeit

Die Sonne scheint! Mit ihren milden Strahlen taucht sie die Altstadt in ein warmes Licht, das dem Flüsterer beim Flanieren ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Gut, unter den Masken, die nach wie vor in der Altstadt getragen werden müssen, sieht man es nicht.

Doch es ist zu spüren: Die Menschen sehnen sich nach der hellen Jahreszeit, möchten der Corona-Tristesse entfliehen und einen Farbtupfer in die eigenen vier Wände einziehen lassen. Der Ort, an dem aktuell die meiste Zeit verbracht wird.

Der Frühling erwacht – Floristen bleiben positiv

Die ersten Boten, die den Frühling einläuten, hat der Altstadt-Flüsterer am Kramermuseum gesichtet: Da trotzen die Schneeglöckchen der Corona-Pandemie.

Eine gute Gelegenheit mal zu schauen, wie es den hiesigen Floristen geht. Bekanntlich durften sie ja während des Lockdowns ihre Türen offen halten, was die meisten auch getan haben. „Wir haben mit geänderten Öffnungszeiten reagiert. Seit letzter Woche sind wir wieder da und freuen uns sehr“, sagt Gabi Neubert von Glücklichmacher auf der Judenstraße. Anders sei im Moment, dass die Herzlichkeit wegfiele. Aktuell ginge es eher darum, alles „mal eben“ und „schnell“ zu erledigen. „Trotzdem ist den Leuten deutlich anzumerken, dass sie sich nach neuen Farben und dem Frühling sehnen.“

Das stellt auch Peter Langenfurth in seinem Geschäft auf der Burgstraße fest: „Blumen sind für die Seele, sagt man, und es ist offensichtlich, dass sich die Kunden auf neue Farben und etwas Schönes freuen.“ Im Rahmen des Lieferservices, den Blumen Langenfurth anbietet, stelle er sehr häufig fest, wie einsam die Menschen Zuhause seien. Eine Aufmunterung in Form eines prachtvollen Blumenstraußes bewirkt da Wunder.

Bei Landliebe wird der Lieferservice ebenfalls gerne und viel genutzt. „Wir haben auch schon eine Bestellung aus Berlin für eine Angehörige hier in Kempen mit einer netten Grußnachricht vorbeigebracht. Das kommt sehr gut an“, sagt Anna-Lena Schmetter. Gemeinsam mit ihrer Mutter Kirsten führt sie das Floristikgeschäft an der Peterstraße. Seit dem zweiten Lockdown haben die beiden die Ladenöffnungszeiten auf zwei Tage die Woche reduziert. Auch Peter Langenfurth sagt: „Wir haben die Öffnungszeiten angepasst, denn in den Abendstunden kommt kaum noch wer.“ 

Laufkundschaft sei eben so gut wie gar nicht mehr vorhanden, weil durch sämtliche andere Ladenschließungen in der altstädtlichen Nachbarschaft auch der Reiz am Bummeln verloren gegangen sei.

Der Flüsterer wünscht sich jedenfalls, dass sich bald an vielen weiteren Stellen die Frühlingsboten zeigen und so die Menschen wieder vor die Tür und in die blühende Altstadt gelockt werden.