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Extreme Hitze und wenig Regen: Darum mahnt die Feuerwehr zu extremer Vorsicht

Extreme Hitze und wenig Regen: Darum mahnt die Feuerwehr zu extremer Vorsicht

Brennende Zigarettenkippen oder offene Feuerstellen können bei der anhaltenden Trockenheit schnell einen Brand auslösen. Aber es gibt noch mehr Gefahrenquellen.

Kempen. Ein brennender Vogel fällt nach einem Kurzschluss in einer Oberleitung auf ein Feld. Die Folge: Rund sieben Hektar Feld (rund 70 000 Quadratmeter) werden von den Flammen zerstört. Das ist keine erfundene Meldung, sondern am vergangenen Dienstag so in Mecklenburg-Vorpommern in der Nähe von Rostock passiert.

Dieses Beispiel zeigt, wie schnell ein Feld oder ein Waldstück bei der aktuell herrschenden großen Trockenheit in Flammen aufgehen kann. „Die Situation kann sich von jetzt auf gleich grundlegend ändern“, sagt deshalb auch Johannes Dicks, Sprecher der Kempener Feuerwehr.

In Kempen hat es allerdings in der jüngeren Vergangenheit keine größeren Feuer in Feld oder Wald gegeben — mit Ausnahme kleinerer Flächenbrände. Das liegt auch daran, dass es in den vergangenen Jahren kaum mal eine so lange Hitzeperiode gab, wie wir sie derzeit erleben. Da waren dann schon eher extreme Wetterlagen in Form von Starkregen angesagt.

„Trotzdem sollten alle extrem vorsichtig sein“, warnt Dicks. Brennende Zigarettenkippen oder offene Feuerstellen — zum Beispiel beim Grillen im Freien — sind da typische Gefahrenquellen. Deswegen gilt ein absolutes Feuerverbot, das beispielsweise das Grillen einschließt. Auch weggeworfene Flaschen oder Glasscherben können zum Auslöser werden, weil sie unter Sonnenstrahlen zum Brennglas werden.

Ebenfalls kann ein auf brennbarem Untergrund abgestelltes Fahrzeug zur Feuerquelle werden. „Auspuff und Katalysator werden am heißesten und können beispielsweise trockenes Gras schnell zum Brennen bringen“, sagt Dicks. Falls es zu einem Feuer kommt, sollte man sich immer gegen die Windrichtung vom Brand entfernen, weil dieser sich immer mit dem Wind ausbreitet. So schnell wie möglich sollte dann außerdem der Notruf 112 gewählt werden — auch dann, wenn man Rauch vielleicht in weiterer Entfernung sieht.

Johannes Dicks und seine Kollegen sind bestens auf mögliche Wald- oder Flächenbrände vorbereitet. „Im Stadtgebiet können wir Wasser zu fast jedem Punkt bringen“, verspricht er. So gebe es in der Nähe der Wälder beispielsweise Baggerlöcher, die gewissermaßen über ein unerschöpfliches Wasserreservoir verfügten. „Zusätzlich haben wir im Wald teilweise Feuerlöschbrunnen angelegt und an den meisten Stellen gibt es Wasserleitungen mit Hydranten“, so der Feuerwehr-Sprecher.

Einige der Feuerwehrwagen haben Wasser an Bord, das aber im Brandfall kaum ausreicht. Ebenfalls an Bord sind bis zu zwei Kilometer Feuerwehrschläuche, so dass Wasser bei Bedarf von weiter her an die Brandstelle gebracht werden kann. „Wenn das alles nicht ausreicht, müssen wir uns überörtliche Hilfe holen“, sagt Dicks.

Ein Ende der Trockenheit ist nicht in Sicht. Die aktuellen Wettervorhersagen gehen davon aus, dass es mindestens weit bis in die nächste Woche hinein heiß und trocken bleiben wird. Ein paar einzelne Gewitter würden ohnehin nicht viel helfen, weil viel Wasser in kurzer Zeit schnell wieder verdunstet anstatt im Boden zu versickern. „Wenn es allerdings mal einen Tag ,Landregen’ gäbe, würde das schon viel helfen“, sagt Dicks.

Entwarnung könne aber auch dann nicht gegeben werden. So lägen einige Waldflächen so geschützt, dass sie vom Regen kaum erreicht werden und staubtrocken blieben, so der Feuerwehr-Sprecher.