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Eisstadion: Keine Schützen-Sause, aber Hoffnung auf Brings und US-Autos

Veranstaltungen : Eisstadion: Keine Schützen-Sause, aber Hoffnung auf Brings und US-Autos

Das Verbot von Großveranstaltungen bis Ende August ist für den Grefrather Eissport- und Eventpark eine große Belastung.

Auch wenn am Donnerstag noch gar nicht so richtig definiert war, was in Corona-Zeiten eigentlich eine Großveranstaltung ist (siehe Info-Kasten), war für Bernd Schoenmackers die Sache klar. Der Geschäftsführer des Eissportzentrums hat bis Ende August alle geplanten Events von der Einnahmenseite des Wirtschaftsplans gestrichen. „In der Grobplanung hatte ich das schon bis Ende Juli getan. Nun haben wir die Klarheit, dass bis Ende August nichts gehen wird“, so Schoenmackers im Gespräch mit der WZ.

Besonders bitter sei die Erkenntnis nun für die Grefrather Schützen, die für Ende Mai den Bundesköniginnentag mit bis zu 5000 Gästen im Eisstadion vorgesehen hatten. „Vor allem für die Schützen, aber auch für uns, stecken da fast fünf Jahre Arbeit drin“, sagt der Geschäftsführer. Dass Grefrath dieses Event in einem Jahr ausrichten darf, erscheint unwahrscheinlich, weil die Gastgeber für die nächsten Jahre feststünden. Laut Schoenmackers ist das aber eine Sache, die die Antonius-Bruderschaft klären muss. Alexander Kättner, Pressesprecher des Bundesköniginnentags, sagte am Donnerstag, dass der Vorstand der Bruderschaft sich am Freitag zum Thema beraten wird.

Mit Sorge, aber auch Hoffnung blickt der Eisstadion-Chef auf den August. Wegen des Corona-Erlasses müssen nun zwei Events abgesagt werden, die wichtige Einnahmen generiert hätten. Zum einen die US-Car-Show am 22. August, zum anderen das Open-Air-Konzert der Kölner Band Brings am 28. August.

Für die beiden Publikumsmagneten hofft Schoenmackers aber auf eine Verlegung. „Wir werden mit beiden Veranstaltern sprechen, ob Ausweichtermine im September möglich sind“, so der Geschäftsführer. Verbunden mit der Hoffnung und dem Wunsch, dass das Veranstaltungs-Verbot nicht noch weiter ausgedehnt werde. Finanziell wäre ein Sommer mit einer großen Null auf der Umsatzseite „ohne Frage eine Belastung“, so Schoenmackers.

Konkrete Folgen für die Mitarbeiter – Stichwort Kurzarbeit – gebe es noch nicht. Derzeit würden Urlaubstage und Überstunden abgebaut. „Im Moment fahren wir ein normales Programm. Wir wollen die Anlage eisfit machen, damit wir im Herbst wieder mit der Saison starten können.“

Dazu gehörten derzeit zum Beispiel diverse Reparaturarbeiten. Für die Mitarbeiter im Gastronomiebereich gebe es nun den Sommer über weniger zu tun. „Letztlich sitzen wir aber alle in einem Boot“, so der Geschäftsführer, der sich beim Thema Kurzarbeit nicht herausnehmen will. „Wir werden das aber jetzt in Ruhe analysieren.“

Kempen sagt komplettes Programm bis Ende August ab

In Kempen wurde indes am Donnerstag das Veranstaltungsprogramm bis Ende August abgesagt. In Teilen waren die Events ohnehin schon gestrichen. Folgendes entfällt nach Angaben der Stadt: Fahrradflohmarkt im April, Altstadtfest, Highlandgames und das Hoffest auf Gut Heimendahl (alle Anfang Mai), Kendel-Night in St. Hubert, Bürgerfest im Hagelkreuz, Altstadtlauf, Sommerkirmes und der Kindertrödelmarkt (alle im Juni), Niederrheinische Radwandertag, „Kempen genießt“ und Kirmes in Tönisberg (alle im Juli). Ebenso entfallen werden die Feierabendmärkte, die ab Mai jeden ersten im Mittwoch stattfinden sollten, bis einschließlich August.