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Engagement: „Ein Regenbogen für Afrika“: Perspektive für die Zukunft

Engagement : „Ein Regenbogen für Afrika“: Perspektive für die Zukunft

Das Ehepaar Michels unterstützt mit seinem Verein nicht nur einen Kindergarten in Südafrika.

Kempen. „Wir wollten etwas Gutes tun“, sagt Inge Michels. Vor zehn Jahren gründete sie gemeinsam mit ihrem Mann Olaf sowie mit Familie und Freunden den Verein „Ein Regenbogen für Afrika“, der einen Kindergarten in dem südafrikanischen Township Kleinkrantz am Indischen Ozean unterstützen sollte. Heute macht der Verein weit mehr: Er bietet den Kindern eine Perspektive für ihre Zukunft.

Engagement: „Ein Regenbogen für Afrika“: Perspektive für die Zukunft
Foto: Friedhelm Reimann

„Seit 2003 leben wir immer für einige Monate in Südafrika“, sagt Olaf Michels. „2005 trafen wir dort eine deutsche Sozialpädagogin, die einen Kindergarten einrichten wollte.“ So entstand die Idee, einen Förderverein zu gründen, der diesen Kindergarten unterstützt. Jedes Jahr, von Anfang Oktober bis Ende April, reist das Ehepaar Michels nach Kleinkrantz, um das Projekt vor Ort zu betreuen.

„Mein Mann kümmert sich zum Beispiel um die handwerklichen Dinge“, erklärt Inge Michels. Der Kindergarten wurde durch Vereinsspenden komplett eingerichtet. Drei Gruppen werden von afrikanischen Kindergärtnerinnen und einigen deutschen Volontären betreut. Eine Köchin versorgt die Kinder mit gesundem Essen. „Das ist sehr wichtig“, so Inge Michels. „Seitdem die Kinder regelmäßig gesund essen, sind sie auch viel gesünder.“ Dies bestätige zudem ein medizinischer Dienst, der die Kinder regelmäßig untersucht.

Neben dem Kindergarten sind mittlerweile auch eine Vor- sowie eine After-Care-Schule entstanden, in der die Hausaufgaben betreut werden. Dadurch werden in Kleinkrantz momentan insgesamt 64 Kinder unterstützt. Diese Arbeit trägt bereits Früchte. „Wir haben jetzt das erste Mädchen, das Abitur macht“, sagt Inge Michels stolz.

Durch diese umfangreiche Betreuung wird den Kindern in Afrika eine Perspektive geboten. „Viele der Eltern haben Alkohol- oder Drogenprobleme und oft keinen Job“, so Olaf Michels. „Es gibt auch ein paar Ausnahmen, aber manche Eltern achten gar nicht darauf, ob ihre Kinder etwas lernen.“ „Ein Regenbogen für Afrika“ finanziert das Schulmaterial für alle Kinder. „Sie sind immer unheimlich stolz auf ihre Sachen“, sagt die Vereinsgründerin.

Neben der Bildung ist auch die Freizeitgestaltung der Kinder ein Anliegen des Fördervereins. Ausflüge zu einer Erdbeerfarm oder der seltene Besuch eines Zirkusses sind Tage, an die sich die Michels gerne erinnern.

Vor Kurzem hat sich der Verein „Ein Regenbogen für Afrika“ ein weiteres Projekt zur Aufgabe gemacht. „Nach langen Bemühungen haben wir einen Fußballtrainer gefunden“, freut sich Olaf Michels. Zwei Mal in der Woche trainiert er mehr als 25 Jungs. Das Besondere daran: Er wird von einem Spender aus Kempen finanziert. Die gebrauchten Trikots und Fußballschuhe werden von Kempener und Grefrather Sportvereinen gespendet.

Auch Turniere gebe es regelmäßig. „Unsere Mannschaft gewinnt fast immer, weil die Anderen meistens keine Schuhe haben“, erklärt Olaf Michels. Aber auch die Mädchen machen Sport. „Wir haben eine Netball-Mannschaft gegründet. Die Frau des Fußball-Trainers ist begeisterte Spielerin und trainiert zurzeit rund 20 Mädchen“, sagt Inge Michels.

Da Musik verbindet und begeistert, wurde ebenfalls eine „Marching-Band“ ins Leben gerufen, die mit Trommel- und Flötenmusik bereits einige kleinere Auftritte hatte. Auch die Band wird durch den Förderverein mit Instrumenten und Kleidung ausgestattet. Wie dankbar die Kinder ihren Helfern sind, zeigt ein kleines Buch, das zum Abschied für die Michels im April gebastelt wurde.