Kempen : Ein lohnender Blick zurück

„Kempen im Wandel der Zeit“ — die Archivgruppe hat wieder ein Werk veröffentlicht. Diesmal ist es ein Fotobuch.

Kempen. Über die Altstadtsanierung in den 60er und 70er Jahren lässt sich trefflich streiten. Für die Entwicklung als führendes Mittelzentrum in der Region war es ohne Frage gut, die Strukturen in Kempen zu verändern. Mit Unverständnis blicken einige Kempener aber auch darauf zurück, dass einige historische Gebäude der Sanierung zum Opfer fielen. Aktuell in der Diskussion ist in diesen Zusammenhang die Ecke Moorenring/Thomasstraße (früher Mädchengymnasium, heute Post).

Kempen: Ein lohnender Blick zurück
Foto: Archivgruppe/Stadt Kempen

„Für die Arbeit unserer Gruppe war die Altstadtsanierung in jedem Fall ein Glücksfall“, sagt Josef Lamozik von der Fotogruppe der Freiwilligenagentur mit einem Augenzwinkern. Denn dadurch könne die Gruppe aktuelle und historische Ansichten gegenüberstellen. Auch in diesem Jahr gibt es eine neue Version von „Kempen im Wandel der Zeit“, die am Donnerstag im Rathaus vorgestellt wurde.

Kempen: Ein lohnender Blick zurück
Foto: Kurt Lübke

Neu ist in diesem Jahr, dass die Gruppe ein Fotobuch statt eines Kalenders herausgibt. „Dieser Wunsch wurde unter anderem in meinem Freundeskreis geäußert“, sagt Edith Heyer, eine der Freiwilligen, die sich jeden Donnerstag zur Foto-Sichtung im Kulturforum treffen. Ein Buch stelle man sich eher ins Regal als einen Kalender, so Heyer. Daher habe die Gruppe diese Idee aufgegriffen und umgesetzt. „Künftig wollen wir zwischen den Formen Fotobuch und -kalender wechseln“, so Lamozik.

Das Buch, das ab sofort in der Freiwilligenagentur bestellt werden kann, beinhaltet spannende Ansichten von früher und heute, die gegenübergestellt werden. Mit dabei ist zum Beispiel die Ansicht des Neubaus neben der Polizei am Bahnhof. Dort stand früher die Kempener Feuerwache. Interessant ist ebenfalls ein Blick auf den Donkwall der 70er Jahre. Zu sehen ist das Geschäft „Discount-Max“ — der erste Kempener Supermarkt.

„Ich bin davon überzeugt, dass das Buch großen Anklang in der Bevölkerung finden wird“, sagte Kempens Erster Beigeordneter Hans Ferber. Interessenten für das Buch sollten sich beeilen. Der Kalender war in den Vorjahren vor Weihnachten schnell vergriffen.

Für weitere Fortsetzungen von „Kempen im Wandel der Zeit“ in den nächsten Jahren hat die Gruppe, die aus Josef Lamozik, Edith Heyer, Claudia Stox, Wilhelm Spee und Ehrenbürger Karl-Heinz Hermans besteht, ausreichend Fotomaterial. Digital archiviert seien bislang etwa 20 000 Bilder aus Kempen, St. Hubert und Tönisberg. Und derzeit stünde die Gruppe noch vor etwa 50 Kartons mit Dias.

Neben Kalendern und Büchern bietet die Gruppe aus regelmäßig Ausstellungen an. Die nächste soll es 2017 im Rathaus geben. Außerdem gibt es Vorträge in Seniorenheimen. Ferner können sich Bürger auch an die Gruppe wenden, wenn sie möglicherweise ein bestimmtes historisches Foto suchen. Andersherum nimmt die Gruppe auch Fotospenden entgegen, um das Archiv zu erweitern. „Wir scannen die Fotos ein und geben sie dann selbstverständlich zurück“, so Lamozik.