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Ein Kommentar von Tobias Klingen zu den Plänen von Artemed in Kempen

Kempener Hospital : Versprechen gehalten

Artemed investiert weiter in das Krankenhaus in Kempen. Ein Standortvorteil für die ganze Stadt.

Am 19. Januar 2012 saß ein sichtlich angefasster Karl Hensel im Besprechungsraum des Hospitals zum Heiligen Geist. Als damaliger Aufsichtsratschef des Krankenhauses präsentierte der frühere Bürgermeister der Presse den neuen Inhaber des Hospitals: Artemed aus dem bayerischen Tutzing. Vor mehr als acht Jahren war die bayerische Übernahme so etwas wie die Rettung in letzter Sekunde. Das Krankenhaus hatte sich in der Hand der Hospital-Stiftung zu einem Patienten auf der Intensivstation entwickelt. Gespräche mit dem Investor Helios zogen sich hin, der Insolvenzantrag rückte näher. Überraschend und mit ein wenig Glück tauchte Artemed auf, kaufte sich am Niederrhein ein und versprach Investitionen in die Zukunft.

Ende August 2020 kann man ohne Frage festhalten: Das Versprechen wurde gehalten. Die Stationen wurden nach und nach saniert, das Haus wurde auf den modernsten Stand der medizinischen Technik gebracht. Nun folgen bis 2024 mit einem neuen Bettenhaus und einem Parkhaus die letzten Puzzlestücke des innovativen Hospitals zum Heiligen Geist.

Es ist völlig klar, dass Artemed investiert, um Geld zu verdienen. Und das ist auch völlig legitim. Die Verantwortlichen aus Bayern wissen um die Stärke der Stadt Kempen in einer wirtschaftsstarken Region am Niederrhein. Sie wissen zum Beispiel um den hohen Anteil an Privatversicherten, die sich auf der hochmodernen Privatstation an der Von-Broichhausen-Allee 1 behandeln lassen können.

Bei allem unternehmerischen Interesse müssen die Stadt Kempen, ihre rund 35 000 Einwohner und die Bürger im Umland heilfroh sein, dass es so gekommen ist, wie es ist. Während umliegende Städte wie Willich gar kein Krankenhaus mehr haben und in weiteren Kommunen – zum Beispiel Tönisvorst – Häuser infrage stehen, verfügt Kempen über ein für die Zukunft gerüstetes Krankenhaus. Für den Standort ist das ein enorm wichtiger Faktor, zu dem man Kempen nur gratulieren kann.

tobias.klingen@wz.de