Ehrung für Bürgermeister Rübo: Erst Leutnant, dann König?

Ehrung für Bürgermeister Rübo: Erst Leutnant, dann König?

Am Samstag wurde Volker Rübo im Kolpinghaus der Ehrenhut der Garde aufgesetzt.

Kempen. Dass Udo Thelen, Ehrenleutnant des Jahres 2014, kein Mann vieler Worte ist, das wusste die Prinzengarde schon vorher. Aber eine Laudatio in sechs Sätzen? Da war auch Heiner Hermans ein bisschen nervös. „Ich weiß von nichts und habe damit nichts zu tun“, kündigte der Vorsitzende vorsorglich schon einmal an, bevor Thelen die Bühne des Kolpinghauses betrat. Doch dann kam es ganz anders.

Foto: Lübke

Denn der Architekt hatte sich unter seinen Vorgängern im Amt umgeschaut und eine schlag- und sangeskräftige Truppe zusammengestellt, um die vor ihm liegende Aufgabe zu meistern: die Laudatio auf seinen Nachfolger, Bürgermeister Volker Rübo. Hans-Gerd „Schopi“ Schoofs (Ehrenleutnant 2010), Michael Gehlen (2011) und Siegfried Ferling (2013) tauschten für ihre Einlage den Leutnantshut mit dem Zylinder und bildeten das dynamische Trio am Mikrofon.

Während Thelen für die „harten“ Fakten aus Rübos Leben zuständig war, welches er analytisch in sechs Sätze unterteilte, kommentierten die Drei jede Episode mit einem kleinen Gesangsstück. Volker Rübo fährt in Kempen immer Fahrrad? „Atemlos durch die Stadt/ mit dem Fahrrad in der Nacht/ Atemlos, schwindelfrei/ und an Ferdi schnell vorbei“ dichteten die Drei.

Auch Klassiker wie „Mein kleiner grüner Kaktus“ oder „Im Wagen vor mir“ wurden auf Rübos Leben umgedichtet. Passend dazu gab „Juppi“ Trienekens den Geehrten mit großer Rübo-Maske und sorgte mit kleinen schauspielerischen Einlagen für großes Gelächter.

Zeigte sich Thelen in seiner Rede zu detailverliebt schallte aus allen Ecken des Saales ein ermahnendes „Udo!“ Dafür kommentierte er trocken jeden kleinen Fehler, den seine Sangestruppe machte: „Das hat auch vorher nie geklappt.“ Doch nachdem der ganze Saal zum Abschluss der gelungenen Laudatio mit dem Gesangstrio „Da ist er dabei“ schmetterte, war es soweit und der erste Bürger von Kempen bekam den Ehrenhut der Garde aufgesetzt.

In seiner Dankesrede wurde schnell deutlich, welche Ziele Rübo mit seinem neuen Amt hat. Die vielen Niederlagen im Kampf um das Rathaus, die Schmähungen der Möhnen haben dem Bürgermeister zugesetzt. „Ich war ein Nichts im Kempener Karneval, ein Spielball der Mächte“, beklagte er sich. Doch nun, wo er Ehrenleutnant der Prinzengarde wäre, würden sich die Machtverhältnisse ändern.

„Ich denke, die Prinzengarde weiß, auf welcher Seite sie beim nächsten Rathaussturm zu stehen hat“, kommentierte er und sagte einen anderen Ausgang des Kampfes als in den Vorjahren voraus. Das sah Heiner Hermans freilich ganz anders: „In den letzten Jahren mussten wir immer durch den Hintereingang rein, doch dieses Jahr gehen wir durch den Haupteingang!“ In dieser Frage scheint das letzte Wort noch nicht gesprochen.

Doch die Pläne gehen noch weiter. Da das Königreich Kempen kurz vor seiner Wiederkehr steht (siehe Nummernschild), sei der Schritt vom Ehrenleutnant zum König von Kempen kein großer mehr. Der Garde verspricht er die Beförderung zur Königsgarde und festliche Gelage in der Kempener Burg. Ein erster Schritt sei mit der „Beförderung“ vom Bürgermeister zum Ehrenleutnant schon getan.

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