Ehrenamt: Freiwilligenagentur feiert zehnten Geburtstag

Ehrenamt: Freiwilligenagentur feiert zehnten Geburtstag

Zu ihrem Jubiläum rührte die Freiwilligenagentur gestern auf dem Buttermarkt die Werbetrommel. „Die Reaktionen sind rührend“

Kempen. Zwischen den Obst- und Gemüseständen auf dem Buttermarkt stach gestern ein Tisch vor der Servicestelle im Rathaus heraus. Mit Stellwänden und Tafeln warb die Freiwilligenagentur Kempen fürs Ehrenamt.

„In diesem Jahr haben wir unser zehnjähriges Jubiläum gefeiert“, sagt Hedwig Stirken, Leiterin der Agentur. „Zu diesem Anlass wollten wir uns und unser vielfältiges Angebot wieder ins Bewusstsein der Kempener bringen.“ Dafür hatten einige Mitarbeiter die Zeitschrift „Einblick“ erstellt. Darin berichten freiwillige Helfer von ihren Tätigkeiten.

Im Aufgabenkatalog der Organisation finden Neueinsteiger das Richtige. „Da kann man sich dann etwas aussuchen, dass zu den eigenen Fähigkeiten und zum eigenen Charakter passt“, erläutert Hans Ferber, Erster Beigeordneter. Zum Beispiel sei die Arbeit in den Sportvereinen besonders attraktiv für junge Leute.

Ein Vorzeigeprojekt ist der Tierbesuchdienst. Dabei gehen Tierhalter mit ihren Vierbeinern in die Altenheime. „Die Reaktionen der Senioren sind rührend“, schwärmt Ferber. „Sie leben wieder auf.“ Im Zuge des Projektes Patenkinder unternehmen Gruppen von rund zehn Kindern mit ihren „Paten“ verschiedene Ausflüge. „Die jungen Leute haben bereits einen Bauernhof und die Firma Hamelmann besucht“, erzählt Gabriele van Krimpen, die ehrenamtlich in der Öffentlichkeitsarbeit tätig ist. „Der Besuch des Düsseldorfer Flughafens ist das Highlight gewesen. Ein Mitarbeiter hat den Kindern alles erklärt. “

An einer Tafel im Fenster neben dem Eingang zur Servicestelle hängen die aktuellen Ausschreibungen. Stirken: „Jeder ist auch eingeladen, während der Sprechzeiten einfach mal zu uns ins Büro zu kommen — zu einem unverbindlichen Gespräch.“

Auch wenn man sich dann dazu entschließe, sich ehrenamtlich zu engagieren, sei man nicht für den Rest des Lebens gebunden: „Ein zeitlich begrenztes Projekt ist gut als Einstieg geeignet“, findet van Krimpen. Die Regelmäßigkeit einiger Aufgaben schrecke viele Interessenten zunächst ab. Wenn die Freiwilligen dann aber erst mal auf den Geschmack gekommen seien, blieben viele der Agentur erhalten. „Ehrenamtler tun nicht nur etwas Sinnvolles“, so Ferber. „Sie treten auch mit anderen Menschen in Kontakt und bauen ihre sozialen Kompetenzen aus.“ So seien auch unter den Freiwilligen enge Freundschaften entstanden.

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