Ehemaliges Burg-Café in Kempen kann abgerissen werden

Kempen : Burg-Café: Entscheidung zum Abriss gefallen

Der Denkmalausschuss erlaubte die Neubaupläne des Inhabers an der Thomasstraße 27.

Vor Beginn der Sitzung des Denkmalausschusses am Montagabend hatten sich die Mitglieder des Gremiums gemeinsam mit Vertretern der Stadt noch einmal in dem ehemaligen Burg-Café an der Thomasstraße 27 in der Kempener Altstadt bei einem Ortstermin umgeschaut. Und die Politiker konnten mit eigenen Augen sehen, was Denkmalexperte Marco Kieser vom Rheinischen Amt für Denkmalpflege des Landschaftsverbandes in seinem Gutachten zum Gebäude bereits schriftlich dokumentiert hatte: Das Wohn- und Geschäftshaus hat – auch durch die vielen Umbauten – keinen Denkmalwert. Wie berichtet, hatte die Stadt vom Rheinischen Denkmalamt prüfen lassen, ob das Gebäude möglicherweise ein Denkmal ist und daher erhalten bleiben müsste. Ein Privatinvestor plant den Abriss sowie den Neubau eines Hauses mit Arztpraxis und fünf Wohnungen.

Einst war das Burg-Café eine bekannte Kempener Institution

Aus Sicht der Politik ist es bedauerlich, dass das Haus mit dem Traditionscafé in den vergangenen Jahrzehnten derart verbaut worden ist, dass es heute nur noch von geringem Wert ist. Immerhin war das Burg-Café in Kempen – gegenüber dem Wahrzeichen der Stadt, der historischen Landesburg gelegen – eine Institution.

Nun will eine Kempener Familie, die das Haus gekauft hat, dort ein neues Wohn- und Geschäftshaus errichten. Kontrovers diskutiert wurde im Ausschuss die Höhe des Neubaus und die Dachgestaltung. Insbesondere mit Blick auf das unter Denkmalschutz stehende Nachbarhaus an der Ecke Burgstraße, in dem sich die Thomas-Buchhandlung befindet, kritisierten Sprecher von SPD und Grünen sowie der Linken – Letztere sind in diesem Gremium nicht stimmberechtigt – die Dachgestaltung als zu wuchtig. SPD und Grüne lehnten daher die Neubauplanung ab. Denn das Nachbargebäude würde durch den Neubau „erdrückt“, wie es Grünen-Fraktionsvorsitzender Joachim Straeten formulierte. Dadurch, dass die Giebelwand des Neubaus mit Schiefer verkleidet werde, falle der Höhenunterschied zum Nachbarhaus nicht so auf und könne akzeptiert werden, erklärte der CDU-Sprecher im Denkmalausschuss, Joachim Herbst. rei

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