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Die WZ blickt zurück auf die Landesgartenschau in Grefrath 1970

So war das 1970 in Grefrath : Erinnerung an blühende Landschaften

1970 gab es die Landesgartenschau in Grefrath. Nachbar und Gärtnermeister Hans-Jakob Heydthausen erinnert sich.

Noch läuft die Studie im Auftrag der WFG, die untersuchen soll, mit welchem oder welchen Standorten sich der Kreis Viersen für die Landesgartenschau 2026 bewerben soll (die WZ berichtete). Die erste Landesgartenschau in NRW war 1970 und sie fand in Grefrath statt. Sie bescherte der Gemeinde den Schwingbodenpark. Das 26 Hektar große Terrain war überwiegend Sumpfgebiet und wurde für die Schau trockengelegt. Bis 1965 gab es dort einen großen landwirtschaftlichen Betrieb.

„Das war der Hof von Berger Franz, der war aber ausgelaufen“, erinnert sich Hans-Jakob Heydthausen. Der mittlerweile 76-Jährige wohnt an der Bruckhauser Straße und hat nicht nur als unmittelbarer Nachbar zur Landesgartenschau, sondern auch als Gärtnereimeister das Geschehen aus nächster Nähe mit Interesse verfolgt. Den Familienbetrieb, der 1933 von seinem Vater gegründet worden war, hatte er 1968 übernommen. Seit sieben Jahren gibt es ihn nicht mehr. „Es gab keinen Nachfolger“, sagt der Grefrather, der für die WZ an die große Blumen- und Pflanzenschau vor seiner Haustür zurückblickt.

„Aus meiner Sicht wurde das Areal wie ein englischer Garten angelegt“, sagt Heydthausen. Es gebe eine breite Rasenfläche, die sich nach hinten verjünge. „Der Blick fängt sich an Gehölzgruppen und wird dennoch weiter geführt“, erklärt er. Einige große Bäume hätten bereits auf der Fläche gestanden und durften auch bleiben. Man habe sich damals dafür entschieden, den Schwerpunkt auf Bäume und Sträucher zu legen. „Rosen, die wir hauptsächlich in unserer Gärtnerei hatten, wurden da nicht gebraucht“, sagt Heydthausen.

Dazu seien einzelne Bereiche als Mustergärten angelegt worden und zwar in dem Bereich zu den Häusern an der Straße An der Dorenburg. „Ein Innenhof sieht aus, als wenn Azteken ihn gestaltet hätten.“ Eine Maske ist heute noch an der Wand zu sehen, eine Agave wurde gepflanzt und es wurde mit vielen Steinen gearbeitet. Mit den verschiedenen Bepflanzungen in den Parzellen habe man unterschiedliche Modelle von Gärten zeigen wollen. Heute wachsen in den Parzellen Blumen und Sträucher, eine wird vom Gemeindebauhof genutzt und in einer anderen soll ein Kräutergarten entstehen.

Auf der Schulwiese, wo heute bei Festen Musik gespielt und eine Bühne aufgebaut wird, gab es eine Ausbuchtung in der Pflasterung. Dort habe ein Zelt gestanden, so die Erinnerung von Heydthausen.

Viele Sommerblumen seien an den Rändern gepflanzt worden. „Das sah sehr schön aus.“ Um Blumen sei es auch in der (heute) alten Turnhalle gegangen. Dort konnten verschiedene Gärtnereien ihre Pflanzen und auch Schnittblumen präsentieren. „Da waren wir auch dabei, vor allem mit unseren Rosen“, sagt der Rentner. Von der Turnhalle ging es dann in Richtung Irrgarten, der auch heute noch zu erkennen ist. Dort haben dann niederrheinische Baumschulen ihr Sortiment präsentieren können. „Es wurden die damals angesagten Gehölze gepflanzt und auch Werbebroschüren verteilt“, sagt der 76-Jährige. Die angesagten Pflanzen seien serbische Fichten, Rhododendren, Ahorn und Rotbuchen gewesen, erinnert er sich. Alles sei gut beschildert gewesen. „Nach der Landesgartenschau wurde alles wieder von den Baumschulen abgeräumt.“

Um den angelegten Weiher – den sogenannten Stadtgartenteich – am Boden abzudichten, habe man ungebrannte Tonziegel verwendet. „Diese sind aufgequollen und haben dann das Wasser nicht mehr durchgelassen. Das fand ich sehr interessant. Heute wird dafür Folie genommen“, weiß Heydthausen. Die Trittsteine im Teich seien ein großer Anziehungspunkt gewesen. Auch später noch, nach der Landesgartenschau. Wie auch der Aussichtsturm, der mittlerweile aber marode und aus Sicherheitsgründen gesperrt ist. Auch an Spielplätze war bei der Planung gedacht worden. Bei manchen von den älteren Geräten hat Heydthausen das Gefühl, dass sie schon 1970 dort gestanden haben könnten.

Ein Planungsbüro aus Bochum habe damals die Pläne für die Landesgartenschau erstellt. „Der damalige Leiter des Gemeindebauhofs ist ein guter Arbeiter gewesen, der immer letzte Hand angelegt hat. Und manchmal musste auch ein Baum noch mal versetzt werden, weil er seiner Meinung nach doch nicht am richtigen Platz stand“, sagt Heydthausen.