Die Wasser-Auswahl wird geringer

Getränkemärkte und Großhändler können aufgrund der Hitze nicht wie gewohnt beliefert werden. Vor allem bei günstigen Mineralwassern entstehen erste Lücken.

Kreis Viersen. „Dieser Artikel ist zurzeit nicht lieferbar“, heißt es auf Zetteln, die an leeren Palettenregalen kleben. Auf der Suche nach der Lieblingssorte Mineralwasser oder Limonade sind solche Hinweise in den vergangenen Wochen häufiger zu lesen. Das Wetter ist das Problem: Die Hitze hält sich hartnäckig und Zulieferer von Getränkemärkten und Großhändler können die erhöhte Nachfrage an Getränken kaum decken. Besonders auffällig sind die Lieferschwierigkeiten bei Mineralwasser, Wasser mit verschiednen Geschmackszusätzen und Limonaden. Die WZ hat sich bei Getränkeprofis im Kreis Viersen umgehört und gibt einen Überblick zur Lage.

Die Wasser-Auswahl wird geringer
Foto: kul

Der Edeka-Markt von Mario Essen am Hessenring ist nach eigenen Angeben gut aufgestellt. Am Telefon gab es die Auskunft, dass es es aktuell keine Ausfälle gebe. Noch könne man das gewohnte Getränkesortiment anbieten.

Aus dem Trinkgut-Markt Superat an der Kleinbahnstraße erhielt die WZ keine Auskünfte zur aktuellen Situation. Mitarbeiter und Filialleitung hätten dafür keine Zeit. Das Bild vor Ort im Markt: Vergünstigte Mineralwasser sind größtenteils vergriffen. Limonaden wie Schweppes sind derzeit nicht mehr lieferbar und ausverkauft. Leerräume in den Regalen sind erkennbar, aber genug Trinkbares zum Ausweichen ist vorhanden.

Der Getränkegroßhandel Willy Furth hat nach Angaben von Einkäufer Heiner Hermans „Hochkonjunktur“, plant aber voraus: „Wir lesen den Wetterbericht und stellen uns darauf ein. Unsere Zulieferer haben noch genügend Kapazitäten und können wie gewohnt liefern“, sagt der frühere Vorsitzende der Kempener Prinzengarde. Ebenfalls dem Wetter geschuldet, komme man bei Gastronomiebetrieben mit Außenflächen kaum mit Nachlieferungen hinterher. Umgekehrt bei Betrieben ohne Außengastronomie: „An denen läuft das Sommergeschäft voll vorbei.“

Im Dursty-Markt, Am Nordkanal, sind durch die Hitze Lücken im Sortiment entstanden. Marktleiter Ingo Albrecht führt dies auf geänderte Lieferungsbedingungen zurück: „Normalerweise bekommen wir auch gemischte Paletten geliefert. Im Moment jedoch nur Vollpaletten.“ Durch die Lieferung von Vollpaletten, also nur einer Sorte, werde die Angebotsvielfalt im Markt beschränkt. Bei günstigen Mineralwassern gebe es Lieferschwierigkeiten. „Gute Beziehungen zum Logistiker helfen manchmal“, verrät Marktleiter Albrecht.

Getränkehändler Wolfs ist nach Angaben einer Verkäuferin gut gewappnet: „Wir haben weit genug im Voraus bestellt und daher keine Probleme.“

Die Viersener Trinkgut-Filiale an der Freiheitsstraße sieht sich trotz der Hitze gut ausgestattet: „Unsere Zulieferer schicken, was sie auf Lager haben. Pro Liefertag bekommen wir aber höchstens eine Lkw-Lieferung“, erzählt Markt-Mitarbeiter Sezgin Sargin. „Die Lieferungen müssen auf die einzelnen Trinkgut-Märkte aufgeteilt werden, da sonst nicht alle versorgt werden können“, führt Sargin weiter aus. Normalerweise würden Märkte dieser Größenordnung mit zwei bis drei Lkw-Ladungen pro Tag beliefert werden. Ein Lob hat der Mitarbeiter für seine Kunden übrig: „Unsere Kunden geben vorbildlich ihr Pfand zurück. Bei Lieferungen können wir bis jetzt genug Leergut abliefern“.

Brunnenbetriebe, also die Abfüller von Mineralwasser, und auch Bierbrauer in Deutschland klagen seit Wochen über zu wenig zurückgegebene Pfandflaschen. Genug Wasser oder Bier sei vorhanden, aber nicht genug Flaschen zum Abfüllen. Bei den angefragten Märkten und Großhändlern im Kreis Viersen hat sich diese Problematik nicht bestätigt.