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Kreis Viersen: Die Wahl wird komplizierter

Kreis Viersen : Die Wahl wird komplizierter

Tönisvorst gehört bei der Landtagswahl nicht mehr zum Kreis Viersen. Deswegen herrschen andere Bedingungen.

Kreis Viersen. Drei Wochen sind es noch, dann dürfen die Wähler in Nordrhein-Westfalen über die Zukunft des Landes entscheiden. Am 14. Mai ist Landtagswahl, und im Kreis Viersen sind rund 230 000 Bürger aufgerufen, ihr Kreuzchen zu machen. Vor allem für die Beteiligten im Kreis Viersen ist die Landtagswahl allerdings um einiges komplizierter als in den Vorjahren. Der Grund: Die Stadt Tönisvorst gehört nicht mehr zum Wahlkreis Viersen II (Kempen, Grefrath, Brüggen, Nettetal, Niederkrüchten), sondern zum Krefelder Wahlkreis mit den Stadtteilen Süd, West, Mitte und Fischeln. Wie mehrfach berichtet, musste dieser Wahlkreis „aufgefüllt“ werden, weil er unter die erforderliche Zahl der Wahlberechtigten gerutscht war. Der zweite Viersener Wahlkreis mit Willich, Viersen und Schwalmtal ist nicht angetastet worden.

Kreis Viersen: Die Wahl wird komplizierter

Wie bei anderen Wahlen auch sind die Bezirke im Kreis Viersen seit Jahrzehnten fest in schwarzer Hand. Der aktuelle CDU-Abgeordnete Stefan Berger sitzt seit 2000 im Landtag. Und er tritt auch in drei Wochen wieder an, um sich von den Viersenern, Willichern und Schwalmtalern wählen zu lassen. Streitig machen will ihm das vor allem SPD-Kandidat Hans Smolenaers. Eine weitere prominente Kandidatin ist die Grüne Marina Maaßen, die ebenfalls schon im Landtag vertreten ist. Weitere Direktkandidaten sind Frank a Campo (FDP), Jörg Markus (Die Piraten), Franz Lohbusch (Die Linke), Ute Reyners (AfD) und Volker D’Agnone (parteilos).

Der Nettetaler Marcus Optendrenk hat diesen Wahlkreis 2012 mit knapp 39 Prozent für die CDU gewonnen und wurde zum Nachfolger von Christian Weisbrich (CDU). Optendrenk tritt auch in diesem Jahr an. Die härteste Konkurrentin kommt ebenfalls aus Nettetal: Tanja Jansen (SPD). Es bleibt abzuwarten, ob sich das „Fehlen“ von Tönisvorst in diesem Wahlkreis deutlich auswirken wird. Schlecht dürfte die Änderung für die CDU nicht sein: 2012 holte die SPD in Tönisvorst rund 43 Prozent der Erststimmen, die CDU knapp 34. Für die SPD ist damals der Vorster Uwe Leuchtenberg angetreten, der kreisweit auf rund 37 Prozent kam.

Die Kandidaten werben nun um die Erststimmen der Bürger aus Kempen, Grefrath, Nettetal, Niederkrüchten und Brüggen. Für die Grünen tritt der Kempener René Heesen an. Der bisherige FDP-Landtagsabgeordnete Dietmar Brockes (Brüggen) will wieder ins Parlament. Weitere Kandidaten sind Tobias Leppkes (Die Piraten), Günter Solecki (Die Linke) und Axel Bähren (AfD).

Durch das Hinzukommen von Tönisvorst rechnet sich die CDU nun in diesem Wahlkreis etwas mehr aus. Vor fünf Jahren gewann der inzwischen verstorbene SPD-Mann Ulrich Hahnen den Wahlkreis Krefeld I deutlich mit knapp 44 Prozent. Die CDU holte knapp 29 Prozent. Nun kommt Tönisvorst dazu — wie schon erwähnt, hatte die CDU dort vor fünf Jahren knapp 34 Prozent. Für die Sozialdemokraten tritt Benedikt Winzen aus Krefeld an. Seine CDU-Konkurrentin heißt Britta Oellers, ebenfalls aus Krefeld. Für die FDP tritt die Tönisvorsterin Birgit Koenen an. Weitere Kandidaten sind Karsten Ludwig (Grüne), Stephan Hagemes (Die Linke), und Alex Schigadlo (Die Partei). AfD-Kandidaten sind in Krefeld nicht zugelassen worden. Sie hatten es nicht geschafft, die erforderlichen Unterschriften von 100 Bürgern vorzulegen, die ihre Kandidatur befürworten (die WZ berichtete).

Wie bei der Bundestagswahl hat jeder Wähler zwei Stimmen. Mit der Erststimme werden die schon aufgezählten Direktkandidaten gewählt. Bei der Zweitstimme geht es um die Sitzverteilung im Landtag. Hier ziehen die sogenannten Reservelisten der Parteien. Je höher ein Kandidat auf dieser Liste steht, umso größer sind seine Chancen, über das Zweitsimmenergebnis in den Landtag einzuziehen.

Gute Chancen darf sich FDP-Mann Brockes ausrechnen. Er steht auf Platz acht der FDP-Liste. Auch der Nettetaler AfD-Kandidat Axel Bähren kann sich mit Listenplatz 20 Hoffnungen auf den Landtag machen. Die Kandidaten der Grünen im Kreis Viersen — Heesen und Maaßen — stehen nicht auf der Landesliste der Partei.

Nach Angaben des Kreises Viersen müssten bis spätestens heute alle Wahlberechtigten ihre Benachrichtigungen in der Post haben. Mit dieser und einem Personalausweis kann man am 14. Mai zwischen 8 und 18 Uhr in seinem zugeordneten Wahllokal seine Stimme abgeben. Mit der Benachrichtigungskarte kann zudem im Vorfeld die Briefwahl beantragt werden. Die Briefwahlunterlagen können auch online angefordert werden — zum Beispiel auf der Homepage der Stadt Kempen:

www.kempen.de