Kommentar zur Absage des Kempener Rosenmontagszugs: Die richtige Entscheidung

Kommentar zur Absage des Kempener Rosenmontagszugs: Die richtige Entscheidung

Wo war denn bloß dieser Sturm, mit dem die Meteorologen die Jecken tagelang jeck gemacht haben? Gut, zeitweise wehte der Wind recht kräftigt. Und kurzzeitig schüttete es wie aus Kübeln. Doch wirklich bedrohlich wirkte das Wetter gestern nicht.

Die Züge in Kempen, Vinkrath und Neersen hätten also durchaus stattfinden können. Insofern gibt es bei der Bewertung der Absage im Nachhinein folgende Antwort: Die Entscheidung war falsch. Dies ist aber nur eine Antwort.

Auf der Seite der Verantwortlichen sah die Lage am Montagmorgen anders aus. Durch die bedrohlichen Wettervorhersagen mit Orkanböen waren die Entscheidungsträger in den Verwaltungen, bei den Veranstaltern sowie bei Polizei und Feuerwehr schon in den vergangenen Tagen unter Zugzwang. Dieser Druck wurde dann am frühen Morgen des Rosenmontags so groß, dass die Absage die einzige Wahl war.

Die Mitarbeiter von Stadt, Feuerwehr und Polizei sowie die Veranstalter der Karnevalsvereine stehen in der Verantwortung. Sie mussten die Züge absagen, um nicht nachher für mögliche Unglücksfälle geradestehen zu müssen. Nicht auszudenken, wenn ein Jeck in der Kempener Altstadt von einem herumfliegenden Wagenteil verletzt worden wäre. Oder gar Schlimmeres passiert wäre.

Diejenigen, die nun bei Facebook, auf der Straße oder in der Kneipe über die Absage meckern, wären die ersten gewesen, die nach einem sturmbedingten Unfall die Behörden attackiert hätten. Daher sei allen Jecken gesagt: Die Entscheidung zur Absage war richtig. Kopf hoch! Freut Euch auf die Nachholtermine!

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