Grefrather Finanzen Ausgeglichener Haushalt ist ein Lichtblick

Grefrath · Der Kämmerer stellte den Etat vor. Grefrath kann Haushaltssicherung verlassen.

Die Gemeinde Grefrath steht nach Angaben des Kämmerers finanziell wieder besser da.

Die Gemeinde Grefrath steht nach Angaben des Kämmerers finanziell wieder besser da.

Foto: dpa/Daniel Reinhardt

„Überschüsse“, „finanzielles Polster“ – das waren am Dienstagabend in der Grefrather Ratssitzung Begriffe, die Kämmerer Wolfgang Rive gerne gesagt hat. Bei der Vorstellung seines Haushaltsplans für 2019 – dem letzten vor seiner Pensionierung – konnte er auch verkünden, dass Grefrath die sogenannte Haushaltssicherung verlassen kann. Künftig muss dann nicht mehr jede Ausgabe mit übergeordneten Behörden abgestimmt werden.

„Die Jahresabschlüsse 2016/17 weisen erhebliche Überschüsse aus“, heißt es im Redemanuskript von Rive. Die zuvor aufgezehrte Ausgleichsrücklage weise einen Bestand von rund 4,3 Millionen Euro auf. Auch das für dieses Jahr geschätzte Minus von 1,1 Millionen Euro werde wohl nicht eintreffen und die Jahresrechnung 2018 könnte „mit einem positiven Vorzeichen“ abschließen. Zudem rechne er bis 2022 jeweils mit jährlichen Überschüssen in Höhe von durchschnittlich 1,1 Millionen Euro.

Für 2019 hatte Rive eine ebenfalls positive Prognose: „Die Ertragsseite verbessert sich gegenüber dem Vorjahr um zwei Millionen Euro.“ Für diesen Erfolg seien den Gewerbesteuereinnahmen (1,5 Millionen höher), die Einkommenssteuer mit rund 400 000 Euro Plus gegenüber 2018 und die Schlüsselzuweisungen mit 663 000 Euro mehr als 2018 verantwortlich. Der Kämmerer rechnet damit, dass 2019 mit einem Überschuss von 24 500 Euro abgeschlossen werden kann.

Die Ausgaben der Gemeinde erhöhen sich gegenüber 2018 um 876 000 Euro. Darunter schlagen als dickster Brocken die Personalaufwendungen mit einem Plus von 195 000 Euro und somit zirka 5,2 Millionen Euro zu Buche – und das allein durch höhere Tarifabschlüsse. In ähnlicher Höhe befinden sich die Ausgaben für Sach- und Dienstleistungen mit 5,5 Millionen Euro, ein Plus von 165 000 Euro. In dieser Summe enthalten sind auch die Unterhaltungsaufwendungen für die gemeindeeigenen Gebäude. Die Kreisumlage, die Grefrath an den Kreis Viersen zu zahlen hat, beläuft sich voraussichtlich auf 320 000 Euro mehr als in 2018. Darin enthalten sind auch Ausgaben für ÖPNV und den Jugendamtsbereich.

„Der Saldo aus ordentlichen Erträgen und Aufwendungen ergibt ein positives ordentliches Ergebnis in Höhe von 263 000 Euro. Nach Berücksichtigung der Finanzerträge, Zinsen und Finanzaufwendungen ergibt sich der eingangs angekündigte Überschuss in Höhe von rund 24 500 Euro“, so Wolfgang Rive.

Etwa 6,3 Millionen Euro will die Gemeinde im kommenden Jahr investieren. 1,5 Millionen Euro davon im Bereich Grundstücks- und Gebäudemanagement, etwa eine Million Euro geht ins geplante Isek-Projekt (Umgestaltung Oedt), zwei Millionen in den Bereich Abwasserbeseitigung mit acht geplanten Maßnahmen gemäß des neuen Konzeptes.

Rechnet man die Auszahlungen mit den Einzahlungen auf, ergibt sich, so der Kämmerer, ein Kreditbedarf von etwa 2,3 Millionen Euro.

Rive wies daraufhin, dass es im Stellenplan für 2019 insgesamt 1,52 Stellen mehr gebe als 2018. Darunter sei eine Ingenieursstelle; der Rest ergebe sich durch Aufstockung der Stundenzahlen einzelner Mitarbeiter. Seine Warnung zum Ende seiner Rede: „Es muss künftig verstärkt darauf geachtet werden, dass für ausscheidende Mitarbeiter rechtzeitig qualifizierter Ersatz vorhanden ist.“

Der Nachfolger von Wolfgang Rive steht schon fest. Andre Middelburg ist aus Bissendorf (Landkreis Osnabrück) nach Grefrath gewechselt.