Die Chorfamilie von St. Laurentius

Den Grefrather Chor gibt es seit 1864. Neben kirchlichen Liedern beherrscht er aber auch weltliche.

Grefrath. Wenn Thomas Fenten vom Kirchenchor St. Laurentius Grefrath spricht, dann fangen seine Augen an zu strahlen. „Es macht einfach Spaß hier zu singen. Wir haben eine ganz tolle Gemeinschaft“, berichtet der Sänger, der dem Chor seit 2009 angehört. Das finden auch Hans Camps und Bernhard Krewet, wobei beide Herren einige Jährchen mehr Zugehörigkeit aufweisen können. Camps ist seit 1954 dabei und Krewet seit 1947.

„Singen ist der gesündeste und ungefährlichste Sport, den es gibt“, meint Krewet lächelnd, während er sich in die Schlange einreiht, die sich vor der blauen Box im Saal des Jugendheimes gebildet hat. In der hat Chorleiter Johannes Herrig die aktuellen Noten mitgebracht. „Wir proben nach unserem großen, erfolgreichen Mozart-Requiem vor einem Monat aktuell weltlichere Stücke für unseren Förderer-Nachmittag“, informiert Herrig. Einmal im Jahr gibt der Kirchenchor nämlich ein Konzert bei Kaffee und Kuchen speziell für seine Förderer und hier stehen weltlichere Lieder auf dem Programm.

Dass diese die Sänger genauso beherrschen wie ihr kirchliches Repertoire zeigt die Probe. Mit dem Kanon „Sing mit uns“ gibt Herrig seinen knapp 60 Sängern und Sängerinnen den Startschuss für die wöchentliche Probe. Ob mit Begleitung durch Herrig am Klavier oder a cappella wie beim hauseignen Lied „Wir sind der Chor an St. Laurentius“ — die Sänger kommen stimmgewaltig daher.

Dass Singen an kein Alter gebunden ist, zeigt sich deutlich. Die Jüngsten sind Anfang 20, die Ältesten über 80 Jahre. Allen steht die Freude am Gesang ins Gesicht geschrieben. „Das Singen im Chor ist eine wunderschöne Erfahrung, wobei wir eine richtige Familie sind“, sagt Marita Nopper. Die Vorsitzende des Chores singt seit 1979 mit.

Der Schwerpunkt der Arbeit liegt auf dem kirchlichen Liedgut, wobei alte Meister genauso dazu gehören wie aktuelle Komponisten. Pro Jahr ist der Chor rund 20 Mal bei den verschiedenen Gottesdiensten in der Gemeinde zu hören. Dazu kommt neben Auftritten bei Jubiläen und anderen Festivitäten alle zwei bis drei Jahre ein großes Konzert.

Zum Liedgut gehören unter anderem Werke von Palestrina, Bach, Mozart und Brahms. „Wir machen aber auch Musik, die sonst niemand macht“, sagt Herrig, der sich gerne auf die Suche nach Außergewöhnlichem macht, weil er die musikalische Vielfalt liebt. So gab es eine deutsche Erstaufführung betreffend die Orchesterfassung des irischen Komponisten Stanford. Ebenfalls eine Uraufführung stellte eine Komposition des Grefrathers Gerd Froesch dar.

Zu sehen, wie ein Lied wachse, das sei das Schönste, beschreibt Herrig seine Arbeit als Chorleiter. Die Vorfreude auf ein Konzert und das Wissen, dass der Chor sich bei der Aufführung immer noch einmal steigere, lassen ihn strahlen. Chorleiter ist er seit 1991, den Chor gibt es indes schon seit 1864.