Die Bauern bekommen in Kempen ein neues Zentrum

Die Bauern bekommen in Kempen ein neues Zentrum

Der Baubeginn für das „Haus der Landwirtschaft“ soll im Frühjahr sein. Läuft alles nach Plan, kann Anfang 2019 der Einzug gefeiert werden.

Kempen. Die Bauern in der Region bekommen schon bald ein komplett neues Zentrum, das in Kempen unter dem Namen „Haus der Landwirtschaft“ gebaut wird. Auf dem Gelände der Deula am Krefelder Weg, die vor allem überbetriebliche Ausbildung und Lehrgänge für die Landwirtschaft anbietet, werden ein neues Verwaltungsgebäude sowie ein Tagungs- und Gästehaus entstehen. Diese Einrichtungen sollen von allen Beteiligten gemeinsam genutzt werden können.

Das bestätigten auf WZ-Anfrage gleich drei Vertreter der beteiligten Organisationen: Paul-Christian Küskens, Vorsitzender der Kreisbauernschaft Krefeld-Viersen, Reinhard Pauw, Hauptgeschäftsführer des Rheinischen Landwirtschaftsverbandes (RLV), und Karl Thoer, Geschäftsführer der Deula. Auch die landwirtschaftliche Buchstelle, die wie die Kreisbauernschaft bisher Räume in Viersen gemietet hat, wird dort einziehen.

Neben Deula, Kreisbauernschaft und RLV werden sich weitere kleine landwirtschaftliche Organisationen an dem Projekt beteiligen, die aber noch in ihren Gremien darüber abstimmen müssen. Dies gilt zwar als Formalie, trotzdem sollen deren Namen aus diesem Grund noch nicht genannt werden. Fest steht, dass das zweigeschossige Verwaltungsgebäude über Büroflächen von zirka 1000 Quadratmetern verfügen wird, in denen rund 40 Menschen neue, feste Arbeitsplätze erhalten. „Die Neubauten sind nur im Verbund möglich, weil die Beteiligten davon gegenseitig profitieren. Das ist für alle eine Win-win-Situation“, sagt Pauw. Baubeginn für beide Einrichtungen soll in diesem Frühjahr sein. Wenn alles planmäßig verläuft, wird Anfang 2019 alles fertiggestellt sein.

Auch Küskens ist vom besonderen Reiz des Standortes Kempen überzeugt. „Durch die Bündelung der Organisationen wird die Landwirtschaft viel besser wahrgenommen als bisher. Das ist eine gute Werbung für zukünftige Landwirte“, ist Küskens überzeugt. Die Kreisbauernschaft Krefeld-Kempen sei in Zukunft die einzige mit einem Standort bei der Deula. „Sie hat für die Landwirte eine besondere Bedeutung, schließlich waren sie alle mal da“, sagt Pauw. So könnten sie demnächst zentral von Kempen aus beraten werden und zum Beispiel von hier aus Betriebshelfer für Bauernhöfe vermittelt werden, die Unterstützung brauchen.

Bisher hatten der Kreisbauernschaft Räume gefehlt. Das war auch der Grund für den RLV, beim Bauprojekt „Haus der Landwirtschaft“ die Initiative zu übernehmen. Am Hauptstandort der Verwaltung in Bonn fehlte seit einigen Jahren ein zweites Veranstaltungsgebäude. Die Kreisbauern hatten früher auch die inzwischen nicht mehr vorhandenen Räume der RLV in Bonn für ihre Veranstaltungen genutzt. Dass die Wahl auf Kempen fiel, ist laut Pauw kein Zufall. Denn dort wurde vor mehr als 100 Jahren der Vorläufer des RLV gegründet — der Rheinische Bauernverein, gegründet von Felix Freiherr von Loe. An ihn erinnern noch heute die nach ihm benannte Straße und ein Denkmal neben der Burg.

Über das Tagungs- und Gästehaus sind noch keine Einzelheiten bekannt. „In zwei bis drei Wochen können wir dazu mehr sagen“, verrät Deula-Geschäftsführer Thoer. Das Bildungszentrum der Deula bietet schon bisher laut eigenen Angaben ein Komplettangebot für ein- bis vierwöchige Lehrgänge mit unterschiedlichen Qualifikationen. Das Spektrum reicht von der klassischen überbetrieblichen Ausbildung bis zu Zusatzqualifikationen.

Bei der Kreisbauernschaft Krefeld-Kreis Viersen gab es erste Überlegungen zu dem Großprojekt vor rund eineinhalb Jahren. Damals war der RLV mit der Idee an sie herangetreten.

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