Der 23-jährige Conor Devlin aus Perth arbeitet als Physiotherapeut im Therapiezentrum von Mario Greuel in St. Hubert

Als Physiotherapeut bei Mario Greuel : Australier findet Traumjob in St. Hubert

Der 23-jährige Conor Devlin aus Perth arbeitet als Physiotherapeut im Therapiezentrum von Mario Greuel.

Viele junge Menschen in Europa träumen davon, in Neuseeland oder Australien leben und arbeiten zu können. Bei Conor Devlin ist das genau umgekehrt. Am vergangenen Freitag traf der 23-jährige Australier in St. Hubert ein, wo er künftig im Therapiezentrum von Mario Greuel als Physiotherapeut arbeiten wird. „Das war mein Herzenswunsch. Ich will von Mario viel lernen und Profisportler betreuen, was in Australien nicht möglich ist. Ich möchte so schnell wie möglich besser Deutsch sprechen, Land und Leute kennenlernen sowie nebenbei hier auch Fußball spielen.“

Obwohl Conor Devlin in Perth schon als Physiotherapeut arbeitete und eine berufliche Zukunft besaß, nahm er im Januar Kontakt zu Mario Greuel auf. Zu diesem Zeitpunkt behandelte der Kempener in Perth den Fußball-Profi Karl Maluga, der im Oktober 2018 ein Probetraining bei Rot-Weiß Oberhausen absolviert hatte und in St. Hubert zur Behandlung war. Greuel betreut in Deutschland und weltweit Profis aus verschiedenen Sportarten. Devlin war von Greuels Behandlungsweise so begeistert, dass er unbedingt in dessen Praxis arbeiten wollte. Er ist ein Freund von Maluga, mit dem er gemeinsam in der Jugend in Perth spielte. Maluga ist der Sohn von Gerhard Janssen, der aus Krefeld stammt, und Gabriele Janssen-Maluga. Janssen ist in Perth Professor für Strafrecht und in „Down Under“ ein anerkannter Strafverteidiger.

Die familiären Wurzeln des
Australiers liegen in Irland

„Eigentlich sollte Conor erst in vier Monaten bei mir anfangen. Er wollte vorher noch Deutsch lernen. Aber ich brauche ihn schon jetzt“, sagte Greuel. Denn seit dieser Saison betreut er mit seiner Praxis die Fußballer des Regionalligisten Rot-Weiß Essen. Da er dafür einen Mitarbeiter seiner Praxis abstellen muss, kam Devlin schon jetzt von der australischen Westküste ins Kendeldorf. Deutsch hat er schon fleißig gelernt. Deutschland kennt er nur von einem Kurzbesuch vor vier Jahren in Berlin. Häufiger war der junge Australier schon in Irland, wo seine familiären Wurzeln liegen. Wie lange er am Niederrhein bleiben will, weiß er nicht. „Er hat nur ein One-Way-Ticket gebucht“, sagte sein Chef am Freitagnachmittag bei der Willkommens-Party im Therapiezentrum an der Bahnstraße. Damit der Unterschied zwischen der Zweimillionen-Metropole Perth am Indischen Ozean und der Thomasstadt nicht ganz so groß ist, hat Mario Greuel seinem neuen Mitarbeiter eine Wohnung in der Kempener Altstadt besorgt.

Wo Devlin künftig Fußball spielen wird, steht noch nicht fest. „Gerdi“ Janssen aus St. Tönis, der Großvater seines Freundes Karl Maluga und ehemaliger Trainer im hiesigen Amateurfußball, hat bereits Kontakt zum Landesligisten Teutonia St. Tönis aufgenommen, um dort ein Probetraining absolvieren zu können. Der Australier spielte zuletzt in der 2. Liga, die ein ähnliches Niveau besitzt wie hier die Oberliga. In Perth trug er im offensiven Mittelfeld das Trikot mit der Nummer 10.

Mit dem ersten Fußball-Profi bekam es Devlin bereits am gestrigen Montag zu tun. Denn auch Lewis Holtby, der beim Hamburger SV keinen Vertrag mehr bekam und sich derzeit bei Rot-Weiß Essen fit hält, war zur Behandlung in St. Hubert. Vielleicht nimmt Greuel ihn auch mal mit nach England, wo die für Norwich City spielenden Ralf Fährmann, Marco Stiepermann und Mario Vrancic zu seinen Patienten zählen. hgs

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