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Denkmalschutz für das Grefrather Rathaus?

Denkmalschutz für das Grefrather Rathaus?

Der Heimatverein macht sich für den Erhalt der ursprünglichen „Berger Villa“ stark.

Grefrath. Wenn es nach ihm geht, bleibt das alte Rathaus in Grefrath stehen. Herbert Ackermann vom Heimatverein Grefrath hat sich in einem Schreiben an die untere Denkmalschutzbehörde und den Landschaftsverband Rheinland dafür stark gemacht, dass das Gebäude der ursprünglichen „Berger Villa“ unter Denkmalschutz gestellt wird.

Auch der Heimatverein selbst hat sich dem Vorhaben inzwischen offiziell angeschlossen. Nach Meinung der Mitglieder erfülle das Gebäude „zweifelsfrei die Voraussetzungen für ein Denkmal gemäß des Denkmalschutzgesetztes (DSchG)“.

Der einzige Haken: Eine Eintragung in die Denkmal-Liste können in der Regel nur zwei Personen beantragen — die untere Denkmalbehörde, der Grefraths Bürgermeister Manfred Lommetz vorsteht. Oder der Eigentümer — die Gemeinde Grefrath. Und die will das Gebäude verkaufen.

Trotzdem hat Lommetz sich bereits mit dem Landeskonservator in Verbindung gesetzt. „Der Antrag muss zwar noch dem Gemeinderat vorgelegt werden, um darüber zu entscheiden und ihn dann in den zuständigen Ausschuss weiterzuleiten. Aber um den Vorgang zu beschleunigen, habe ich bereits einen Ortstermin mit dem Landeskonservator vereinbart.“ Anfang Juli sollen so die Schutzwürdigkeit des Gebäudes geprüft und gegebenenfalls entsprechende Schritte zur Eintragung in die Denkmal-Liste eingeleitet werden.

„Ich würde mich auch freuen, wenn das Gebäude erhalten bleiben kann“, sagt Lommetz, der selbst Mitglied im Heimatverein ist. „Der Verkauf hat aber oberste Priorität.“ Wie die WZ berichtete, plant die Gemeinde, das ehemalige Entwicklungszentrum von Johnson Controls zu kaufen und zukünftig als Rathaus zu nutzen. Zur Finanzierung sollen alte Gebäude — unter anderem das derzeitige Rathaus — verkauft werden. Das hatte der Gemeinderat Ende April beschlossen.

Zwischen der Gemeinde und der Gemeinnützigen Wohnungsbau Gesellschaft für den Kreis Viersen (GWG) hat es in dem Zusammenhang bereits „lose Gespräche“ gegeben, wie Lommetz es beschreibt. Diese will auf dem Grundstück an der Ecke Rathausplatz/Bahnstraße 26 barrierefreie Mietwohnungen bauen. Das Gebäude müsste also weichen. Sollte es aber als Denkmal eingetragen werden, wäre der Abriss ausgeschlossen und ein Verkauf dementsprechend schwieriger.

„Es wäre natürlich gut, wenn sich ein Investor finden sollte, der das Gebäude kauft und nicht abreißt“, so der Bürgermeister — der auch die Schwierigkeiten sieht. „Wenn jemand eine solche Forderung stellt, dann würde ich auch gern wissen, wie das bezahlt werden soll.“ Bei einem Verkauf an die GWG soll nach derzeitigen Plänen zumindest geprüft werden, ob die Fassade des jetzigen Rathauses erhalten bleiben kann (die WZ berichtete).

„Wenn nur die erhalten bleiben würde, wäre es auch schon ein Erfolg“, sagt Volker Delschen aus dem geschäftsführenden Vorstand des Grefrather Heimatvereins. Außerdem betont er, dass es dem Verein ausschließlich um den Erhalt des Gebäudes gehe. Man wolle sich nicht in die Diskussion einmischen, ob der Umzug der Verwaltung aus dem alten Rathaus in das ehemalige Entwicklungszentrum sinnvoll sei.