Debatte um CDU-Vorschlag für den East-Cambridgeshire-Park in Kempen

Reaktion des Bürgermeisters : Altenheim: Rübo legt Schmeddersweg nicht zu den Akten

Die Idee der CDU-Fraktion, im Cambridgepark zu bauen, sei gut, aber mutig, so der Kempener Bürgermeister.

Dass die CDU-Fraktion einen Teil des East-Cambridgeshire-Park für den Bau eines Seniorenheims nutzen will, sorgt in den sozialen Netzwerken für große Aufregung. Einige Nutzer im Internet fürchten, dass Kempen durch ein entsprechendes Bauprojekt seine „grüne Lunge“ verliert. Nun ist diese Befürchtung sicher übertrieben, weil die CDU „nur“ von einem Teilstück unweit der Vorster Straße spricht. Dennoch ist zumindest Bürgermeister Volker Rübo (CDU) vorsichtig, was das Areal angeht.

„Grundsätzlich finde ich die Überlegung der Fraktion gut. Wenn man dort behutsam etwas entwickelt, ohne die Parkfläche zu sehr zu beeinträchtigen, kann ich das befürworten. Ich halte die Idee aber auch für mutig“, so Rübo am Donnerstag im Gespräch mit der WZ. Mutig mit Blick auf die Reaktionen der Bevölkerung und der anderen Fraktionen im Stadtrat. „Ich bin gespannt auf die politischen Beratungen dazu“, sagte Rübo.

Wichtigster Aspekt ist für Rübo, der auch Kuratoriums-Vorsitzender der Seniorenheim-Stiftung ist, die Zeit. „Ich habe Sympathien für die Idee an der Vorster Straße. Ich halte aber nichts davon, jetzt das vorgesehene Projekt am Schmeddersweg zu den Akten zu legen“, so der Bürgermeister. Dort verfüge die Stiftung über ein Grundstück, das nach einer Änderung des Flächennutzungsplans zügig bebaut werden könne. Und das sei nötig. „Kempen braucht dringend zusätzliche Pflegeplätze“, so Rübo. Wenn die Planungen an der Vorster Straße zeitlich vertretbar seien, könne man über das Projekt an dieser Stelle reden. „Wir müssen aber in jedem Fall die Planungen am Schmeddersweg parallel weiter vorantreiben“, so Rübo. Dies hatte schon am Mittwoch Stiftungs-Geschäftsführer Jürgen Brockmeyer gesagt. Dieser sprach vom Ziel, 2020 am Schmeddersweg bauen zu können.

Diesen Standpunkt hat Rübo nach eigenen Angaben auch bei der Klausurtagung der CDU-Fraktion vertreten. Diese wiederum hatte in Person des Vorsitzenden Wilfried Bogedain in einem Pressegespräch am Dienstag deutlich gemacht, dass man den Standort am Schmeddersweg für „denkbar ungeeignet“ halte. Auch unter dem Aspekt, dass die Bewohner wegen der Erschließung des Baugebietes Kempener Westen zunächst „inmitten einer Großbaustelle“ leben müssten. Die CDU favorisiert den Cambridge-Park als Standort für ein neues Pflegeheim. Ferner sollte auch das Areal der Grün- und Gartenflächen zwischen Steinpfad und Mülgauweg überplant werden. Auch dort könne man auf einem Teil für „soziale Zwecke“ (Pflegeeinrichtung oder Kindergarten) bauen.