Das Soziale Netzwerk unterstützt ältere Mitbürger in Kempen

Kempen : Seit acht Jahren für Senioren da

Ein soziales Netzwerk unterstützt ältere Mitbürger. Manchmal reicht schon ein Gespräch.

Bereits seit 2011 gibt es in Kempen ein Netzwerk von in der Seniorenarbeit tätigen Institutionen und Vereinen. Einstimmig beschloss damals der Stadtrat, ein solches Netzwerk einzurichten und es auch zu begleiten. Zusammengeschlossen haben sich die evangelische und katholische Kirchengemeinde, außerdem gehören der „Berger Treff“ in Tönisberg dazu sowie die Arbeiterwohlfahrt und die Senioreninitiative. Das Senioren-Netzwerk Kempen (So-Net) arbeitet in vielfältiger Weise in der ehrenamtlichen Begleitung der älteren Mitbürger.

Seit Herbst 2018 hat Louise Maritzen die Leitung übernommen. Die 67-jährige stammt aus der Altenpflege, ist nun aber im Ruhestand. Dennoch wollte sie ihre dort gemachten Erfahrungen gerne weitergeben. Und sie genießt es, sagt sie bei der Vorstellung der neuen Faltblätter des So-Net, dass sie das jetzt mit deutlich mehr Zeit für den einzelnen Menschen tun kann. Das blieb während ihrer Berufstätigkeit aufgrund der vielen Aufgaben doch leider oft auf der Strecke, bedauerte sie. Seit fünf Jahren wohnt sie gemeinsam mit ihrem Mann in Kempen und hat sich hier direkt heimisch gefühlt.

Das So-Net unterstützt bei vielen Dingen. Das geht von persönlichem Kontakt im Alltag, vertrauensvollen Gesprächen zu vielen Themen bis hin zur Begleitung bei Spaziergängen, kulturellen Aktivitäten, Einkäufen oder auch Arztterminen. Außerdem bildet Maritzen gemeinsam mit Quartiersentwickler Ingo Behr ehrenamtliche Seniorenbegleiter aus. Diese erhalten durch Fachleute zum einen die notwendige Fachkenntnis, werden aber auch in der Begleitung von pflegenden Angehörigen unterrichtet. Komplettiert wird die Ausbildung durch ein Praktikum in einer Einrichtung der Altenarbeit, ebenso durch regelmäßige Fortbildungen. Zum Programm gehört auch der Erfahrungsaustausch untereinander.

Pflegende Angehörige können einmal im Monat „verschnaufen“

Ganz wichtig ist für Maritzen und Kurt Huintjes von der katholischen Kirchengemeinde das Angebot der „Verschnaufpause”. Jeden vierten Montag im Monat treffen sich pflegende Angehörige von 15 bis 17 Uhr im Pfarrheim Christ-König. Hier können sie einmal für zwei Stunden abschalten von der täglichen Einbindung in die oft schwierige Pflegesituation daheim. Auf Wunsch werden in dieser Zeit die Pflegebedürftigen über Ehrenamtliche von So-Net betreut.

Alle Angebote von So-Net zielen ganz klar darauf ab, dass Senioren so lange wie möglich in ihren eigenen gewohnten vier Wänden leben können. Selbstbestimmt, aber eben nebenbei mit vielen kleinen Hilfen im Alltag.

Die ehrenamtlichen Helfer des Netzwerks erhalten lediglich Fahrtkosten oder Auslagen bei ihrer Tätigkeit erstattet. Diese können als Unterstützungsleistungen von Betroffenen mit der Pflegekasse abgerechnet werden. Ohne Pflegeeinstufung muss man diese Kosten privat erstatten.

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