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Kempen: „Das ist Begegnung aus der Mitte“

Kempen : „Das ist Begegnung aus der Mitte“

Für die Integrationsarbeit in St. Hubert bekommt die Stadt Kempen eine Förderung in Höhe von 372 000 Euro.

St.Hubert. „Als klar wurde, dass hier Flüchtlinge hinkommen, habe ich einfach angefangen zu helfen“, sagt Walburga Schuhmachers. Die St. Huberterin gehört zu den Ehrenamtlern in Kempen, die Flüchtlinge in ihrem Alltag unterstützen. Aus ersten Willkommensgesten ist bei Walburga Schuhmachers inzwischen tägliche Arbeit geworden. Ehrenamtlich ist sie täglich in der ehemaligen St. Huberter Förderschule im Einsatz — und kümmert sich federführend um eine Spielgruppe für Kinder aus Flüchtlingsfamilien, die auf dem Gelände ein vorübergehendes Zuhause gefunden haben. „Es macht mir Spaß. Die Kinder und Familien sind dankbar. Das gibt mir unheimlich viel“, sagt Schuhmachers.

Die St. Huberterin ist das Paradebeispiel dafür, wie sich die Stadt die Begegnung zwischen Kempenern und Flüchtlingen vorstellt. Zur besseren Integration setzt die Verwaltung derzeit das Konzept Begegnungszentrum in der früheren Förderschule um. Seit Dienstag wird diese Umsetzung wesentlich leichter fallen. Regierungspräsidentin Annemarie Lütkes übergab Sozialdezernent Michael Klee und Bürgermeister Volker Rübo in St. Hubert eine Förderbewilligung. Aus einem Fördertopf des Landes stellt die Bezirksregierung der Stadt Kempen für das Begegnungszentrum 372 000 Euro zu Verfügung. Um das Zentrum an den Start zu bringen, hatte Dezernent Klee 410 000 Euro veranschlagt.

„Die Jury war von dem Projekt begeistert. Sie haben gute Arbeit geleistet“, lobte Lütkes die Stadt. Die Idee erfülle die Kriterien vollends, um einen Teil des mit 72 Millionen Euro gespickten Fördertopfes zu bekommen. „Uns ist wichtig, dass sich hier viele Bürger engagieren. Aber auch alle Bürger von diesem Begegnungszentrum profitieren können“, so Bürgermeister Volker Rübo. Neben Mediencenter, Spiel- und Malgruppen sowie weiteren Räumen für Flüchtlinge haben auch die Laienschauspielgruppe Kendel-Bühne und der St. Huberter Heimatverein ihre Heimat in der früheren Schule am Hohenzollernplatz. „Hier wird Integration gelebt. Das ist ein Begegnungszentrum für alle St. Huberter“, sagte der Bürgermeister.

Dezernent Michael Klee, der das Konzept mit seinem Team entwickelt hat, ist davon überzeugt, dass es ein Erfolg wird. „Das Tolle daran ist, dass alle hier etwas bewegen wollen“, sagte er mit Blick auf die Mitarbeiter der Stadtverwaltung und auf die zahlreichen Ehrenamtler, die sich in der Flüchtlingsarbeit engagieren. „Wir möchten hier eine Begegnung aus der Mitte der Gesellschaft. Und ich glaube, dass das die Jury überzeugt hat“, so Klee.

Beim Rundgang durch das Gebäude am Hohenzollernplatz konnte man sehen, dass die 372 000 Euro der Stadt guttun werden. „Es geht jetzt darum, das Haus baulich nach vorne zu bringen.“ So drückte Rübo aus, dass noch viel zu tun ist — unter anderem beim Thema Brandschutz. Weitere geplante Maßnahmen sind die Modernisierung der Heizungs- und Sanitäranlagen, die Errichtung eines Aufzuges sowie die Erneuerung und Erweiterung der Außenanlagen.

Genutzt werden die Räume aber schon. Laptops stehen unter anderem für Deutschkurse zur Verfügung. Im Spielraum können die Kleinen schon toben. „Zwölf bis 15 Kinder sind es jeden Tag“, sagt Ehrenamtlerin Schuhmachers. „Und man merkt, dass sie großen Spaß haben.“