Das Burg-Café ist verkauft

Die Immobilie des Traditionslokals hat einen neuen Eigentümer. Über die Zukunft des Hauses schießen Gerüchte ins Kraut. Außerdem geht es heute um die Wurst.

Kempen. Im Burg-Café herrschte in den vergangenen Tagen wieder reger Betrieb. Und das, obwohl das Traditionslokal schon seit Monaten geschlossen ist. Bekanntlich hatte der langjährige Eigentümer Erwin Falk aus gesundheitlichen Gründen aufgehört. Es wurde längere Zeit nach einem Käufer für die Immobilie gesucht. Nun hat der rege Betrieb damit zu tun, dass tatsächlich ein Käufer gefunden wurde. Aus dem Lokal wurden nämlich die letzten Überbleibsel der Café-Geschichte ausgeräumt. Die Volksbank, deren Immobilienabteilung das Geschäft abgewickelt hat, bestätigt den Verkauf des markanten Kempener Gebäudes mit Blick auf die Burg. Details zum Käufer und zu möglichen Plänen für das Grundstück waren aber aus dem Hause der Volksbank nicht zu erfahren.

Das Burg-Café ist verkauft
Foto: Axel Küppers

Altstadt-Geflüster

Das Burg-Café ist verkauft
Foto: Prümen

Und weil das so ist, schießen die Altstadt-Gerüchte schon ins Kraut. Abriss? Neubau? Wohnungen? Café? Was soll nun werden aus dem Traditionshaus an prominenter Altstadt-Stelle? Aus der verlässlichsten Quelle erfuhr der Flüsterer, dass wieder ein gastronomischer Betrieb geplant ist. Und dass im Obergeschoss Wohnungen entstehen sollen. Ob in einem Neubau oder im vorhandenen Gebäude an der Thomasstraße — man weiß es nicht.

Dann verlassen wir doch mal flugs die Altstadt und wechseln in die sogenannte Neue Stadt. Dort ist Metzgermeister Klaus Gerlach seit Jahrzehnten vielen bekannt. Und in diesen Tagen ist für ihn die Wurst schwarz-rot-gold. Der Fleischermeister hat als leckeren Fan-Artikel eine WM-Grillwurst entwickelt, die den deutschen Farben entspricht. „Zum Reinbeißen“, findet der 57-Jährige, der ein ausgesprochener Anhänger der deutschen Nationalmannschaft ist und Neuer, Hummels, Kroos, Reus und Co. ab Sonntag bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland die Daumen drückt. „Ich tippe auf Titelverteidigung“, sagt Gerlach, der seit 42 Jahren den Metzgerberuf ausübt und den Kempener Familienbetrieb 1989 von seinen Eltern übernommen hat. Für die WM-Kreation ist Gerlach am Concordienplatz 2 fantasievoll ans Werk gegangen. „Das Gelb ist von der Banane, das Rot von der Erdbeere“, berichtet der Metzger aus dem Hagelkreuz-Viertel, wie er zu den farb-nuancierten Zutaten gekommen ist. „Auf die Bananen-Idee hat mich mein jüngster Sohn Simon gebracht.“ Nach einigen Testversuchen hatte Klaus Gerlach den schwarz-rot-goldenen Kick raus und präsentiert seiner staunenden Kundschaft einen torgefährlichen Einwurf aus dem Kreativlabor. Ein Sechserpack WM-Wurst kostet übrigens 5,95 Euro.

Dann wechseln wir zurück in die Altstadt. Dort hat unter anderem der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) seinen Sitz — und zwar an der Ellenstraße 29. In der Altstadt bekannt ist auch Heinz-Wilhelm Wolters. Und zwar vor allem als Gründer und Motor der Schwester-Ina-Stiftung, die sich finanziell für die Arbeit des Annenhofes einsetzt. SkF und Ina-Stiftung durften sich jetzt über eine großzügige Spende freuen. Bestattungsunternehmer Bernd Loschelders, in der Altstadt auch kein Unbekannter, hatte das Geld anlässlich seines 40. Geburtstags gesammelt und hat es nun an die beiden Einrichtungen weitergegeben. Der Flüsterer gratuliert Loschelders nachträglich herzlich zur hoffentlich nicht allzu schmerzhaften 40 und Ina-Stiftung und SkF zur stolzen Spendensumme.

Fußball ist nicht nur bei Metzger Gerlach ein Thema, sondern nun vor allem auf und und rund um den Buttermarkt. Dort werden sich vor allem morgen ab 17 Uhr wieder zahlreiche Fans versammeln. Markt-Grill und „Falko“ laden zum Rudelgucken vor den Gaststätten. Und zu diesem Bereich gehört morgen auch die Fläche des Autoscooters der Kempener Sommerkirmes. Wie schon geflüstert, stellt das Fahrgeschäft in der Zeit des Spiels Deutschland gegen Mexiko den Betrieb ein. Stattdessen können die Fans auf der Fläche Jogis Jungs die Daumen drücken. Oder halt den Mexikanern — ist ja ein freies Land. Dass es übrigens in Kempen viele Anhänger des russischen Teams gibt, wurde am Donnerstagabend deutlich. Während der Flüsterer einem äußerst spannenden Sportausschuss im Ratssaal beiwohnte, schallte ein ums andere Mal lauter Jubel aus der Stadt hinauf ins Rathaus. Und zwar jedes Mal, wenn die Russen gegen Saudi-Arabien ins Tor trafen. Das geschah fünf Mal. Der Flüsterer hat nichts dagegen, wenn es morgen ab 17 Uhr auch häufiger laut wird. Allen viel Spaß beim schwarz-rot-goldenen Start in die Weltmeisterschaft!