Altstadt-Geflüster : Gesprächsrunde der Landwirte war ein Erfolg

Auf dem Buttermarkt gab es passend zum Wochenmarkt landwirtschaftliche Gespräche. Außerdem berichtet der Altstadt-Flüsterer über einen weiteren Bauern, der in jecken Startlöchern steht.

Am Freitagvormittag gab es auf dem Buttermarkt Zwiebeln. Angesichts der Tatsache, dass freitags Wochenmarkt ist, ist diese Nachricht alles andere als überraschend. Allerdings gab es dieses Mal Zwiebeln in Säcken als Geschenk. Mit dabei hatten sie mehrere Landwirte, die am Freitag die landesweiten Bauernproteste in die Altstadt trugen. Im Vorfeld hieß es, dass man mit den Verbrauchern ins Gespräch kommen will. Düngeverordnung, Insektensterben und Co. – sämtliche umweltpolitischen und landwirtschaftlichen Themen konnten mit den Bauern besprochen werden. Und von diesem Angebot haben die Wochenmarkt-Besucher regen Gebrauch gemacht. Von 9.30 bis 12.30 Uhr hatten die Landwirte ordentlich was zu besprechen.

„Sind nicht die Prügelknaben“

„Das läuft einfach super. Wir sind rundum zufrieden“, sagte Stefan Küppers, der die Aktion der Kempener Landwirte organisiert hat. „Wir erfahren eine Menge Unterstützung. Und wir sprechen auch kontrovers über die vielen Themen. Aber das Wichtige ist: Wir reden miteinander“, so Küppers. Oft hätten die Landwirte das Gefühl als „Prügelknaben“ für sämtliche Umweltschäden dargestellt zu werden. „Und das stört uns ungemein. Denn so ist es nicht“, sagt Küppers. Die vielen familiengeführten Betriebe versuchten schon eine ganze Menge, um den Umweltschutz in der Landwirtschaft zu berücksichtigen. Man sei vielmehr ein Teil der Wirtschaft, „der in natürlichen Kreisläufen und mit Sonnenenergie und Bodenfruchtbarkeit arbeitet“. Auch beim Thema Düngung hätten die Kempener Bauern die Zeichen der Zeit erkannt. Da große Teile der „Kempener Platte“ in Wasserkooperationsgebieten liegen, gebe es schon lange eine gute Zusammenarbeit mit den örtlichen Versorgern. Das Grundwasser müsse besser werden. Dieser Meinung seien auch die Landwirte.

Blumen-Samen für die Besucher

Grundsätzlich ist Stefan Küppers froh, dass die Landwirte in Deutschland gemeinsam aufgestanden sind, um auf ihre Rechte aufmerksam zu machen. „Bei den vielen Aktionen der vergangenen Monate haben wir sehr viel Unterstützung erfahren“, so Küppers, der selbst mit einem Traktor bei einer Protestaktion in Berlin war. „Das war schon sehr emotional.“ Eher sachlich und freundlich sei es am Freitag auf dem Buttermarkt zugegangen. „Wir haben viele gute Gespräche geführt.“ Natürlich waren auch die beiden Traktoren, die am Martins-Denkmal geparkt waren, echte Hingucker. Vor allem für Kinder. Um den Umweltschutz in den Fokus zu rücken, verteilten die Bauern neben den schon erwähnten Zwiebeln auch Tütchen mit Wildblumen-Samen. Denn die Bauern-Aktion im Land stand am Freitag auch unter dem Motto „NRW blüht auf“.

Spaßige Proben im Kolpinghaus

„Bis jetzt hatten wir schon eine ganze Menge Spaß.“ Das sagte Volksbank-Chef Helmut Thönes am Freitag am Rande der Bilanzpressekonferenz des Geldinstituts. Damit könnte er sicher die guten Zahlen der Volksbank meinen, über die die WZ in der Montagsausgabe berichten wird. Das Zitat zielte er aber auf die Proben der Ehrenleutnant-Riege ab, zu der Thönes gehört. Am heutigen Samstag haben die Herren ihren großen Auftritt im Kolpinghaus, wenn Georg Funken – oder besser „Bauer Funken“ – in die Riege aufgenommen wird. Neben der Laudatio von Leutnants-Vorgänger Peter-Josef Coenen werden auch die anderen Mitglieder wieder die Bühne betreten. Verraten wollte Thönes logischerweise nichts. „Aber der eine oder andere wird da schon einen raushauen.“ Der Flüsterer ist gespannt... Einlass ist um 19.11 Uhr; das Programm soll um 19.45 Uhr starten.

Die Altweiber-Alternative

Wir bleiben jeck, allerdings nur terminlich. Denn nun geht es um das traditionelle Alternativ-Konzert am Altweiberdonnerstag in der Paterskirche. „Eine klitze-kleine Lachmusik“ ist das zu einem Duo kondensierte Format des Ensembles „Eine kleine Lachmusik“. Es besteht aus Klaus Wallendorf, ehemaliger Hornist der Berliner Philharmoniker, und Andreas Kowalewitz, Dirigent am Münchner Staatstheater. Mit ihren Programmen wie „Mozart zum Kugeln“, „Brahms‘ Tierleben“ oder „Walzer von der Vogelweide“ gewinnen sie der klassischen Musik ihre komischen Seiten ab und verstehen es dank ihrer kurzweiligen Arrangements vortrefflich, das bei ihren Auftritten stets gutgelaunte Publikum zu überraschen und verblüffen. Passend zu Altweiber bietet der Konzert-Kabarett-Abend in Kempen also eine wunderbare Gelegenheit, der üblichen klassischen Seriosität ein Schnippchen zu schlagen. Klaus Wallendorf übrigens war in Kempen bereits mehrfach zu erleben, so etwa als Hornist bei „German Brass“ oder zuletzt im Jahr 2018, als er das Konzert der 14 Berliner Flötisten moderierte. An Altweiber, 20. Februar, beginnt das Konzert im Rahmen der Reihe „Nachtmusik“ um 21.30 Uhr. Ab 21 Uhr wird ein Aperitif gereicht. Tickets unter:

kempen.de