Achtelfinale der French Open Daniel Altmaier lebt in Paris den Kempener Tennis-Traum

Paris/St. Hubert · Der frühere St. Huberter Daniel Altmaier steht im Achtelfinale der French Open. So schaffte es die Stadt Kempen in sämtliche Nachrichtenkanäle.

 Daniel Altmaier bei seinem Sieg in der dritten Runde. Am Montag steht sein Achtenfinale in Paris auf dem Programm.

Daniel Altmaier bei seinem Sieg in der dritten Runde. Am Montag steht sein Achtenfinale in Paris auf dem Programm.

Foto: dpa/Christophe Ena

Dank eines 22-jährigen Tennisspielers fiel der Name der Stadt Kempen am Wochenende in sämtlichen Medien: Live bei Eurosport, Bilder im ZDF-Sportstudio, Meldungen in mehreren Nachrichtensendungen, Online-News ohne Ende. Daniel Altmaier, der einst beim TuS St. Hubert mit dem Tennisspielen begonnen hatte, mischt die French Open auf. Auf der roten Asche in Roland Garros hat es die Nummer 186 der Weltrangliste völlig überraschend in Achtelfinale geschafft. Am Samstag schlug „der Qualifikant aus dem niederrheinischen Kempen“ den haushoch favorisierten Italiener Matteo Berrettini (Nummer sieben der Welt) in drei Sätzen mit 6:2, 7:6 und 6:4. Am Montag steht der nächste Topspieler auf der Altmaier-Liste. In der Runde der letzten 16 spielt der Kempener gegen den Spanier Pablo Carreno Busto, der auf Weltranglistenplatz 18 steht.

„Ich werde Carreno Busta auch nichts schenken“, sagte Altmaier am Samstag kurz nach dem Sieg im Interview mit dem live übertragenden Sender Eurosport. Eine Aussage, die in der Tenniswelt sowohl selbstbewusst als auch reflektiert aufgefasst wird. Altmaier ist schon jetzt etwas Historisches gelungen. Er ist erst der vierte Qualifikant seit dem Jahr 2000, dem es gelungen ist, bei einem Grand-Slam-Turnier ins Achtelfinale vorzustoßen. Die Art seines Tennisspiels und das Auftreten abseits des Platzes beeindruckte am Samstag keinen geringeren als Boris Becker. „Mir gefällt, dass er demütig bleibt“, so die Tennislegende, die bei Eurosport als Experte fungiert.

Der plötzliche Ruhm des 22-Jährigen in Paris ist der Lohn harter Arbeit. Er gilt bereits seit Jahren als hoffnungsvolles deutsches Talent. 2018 fiel er aber wegen diverser Verletzungen die komplette Saison aus. Nun hat Altmaier offenbar die Corona-Krise und die damit verbundene Zwangspause genutzt, um dem Top-Level ein gewaltiges Stück näher zu kommen. Unabhängig davon, ob der Kempener Tennis-Traum in Paris noch weitergeht, wird Altmaier wohl demnächst unter den Top 100 zu finden sein. Zudem ist er schon jetzt um satte 189 000 Euro Preisgeld reicher. Eine Summe, die ihm sicher bei den nächsten Schritten weiterhelfen wird.

Angefangen hatte bei Altmaier alles als kleiner Junge in der Ballschule des Tennislehrers Simon Dörsing beim TuS St. Hubert. Schon früh fiel das Talent beim Sohn einer russisch-ukrainischen Familie auf. Mit neun Jahren verließ Altmaier den TuS, da man ihm keine gleichstarken Spielpartner mehr bieten konnte. Der Kontakt aber ist bis heute nicht gekappt. Das eine oder andere Mal lässt sich der Tennisprofi noch auf der Anlage an der Stendener Straße sehen, spielt dann ein paar Bälle mit Dörsing und den Herren der ersten Mannschaft.

Nach Vereinsstationen in Krefeld, Kamp-Lintfort und Mönchengladbach betrat Altmaier bei einigen kleineren Turnieren die Bühne des Welttennis. Und nun schaut die Tenniswelt in Paris auf ihn. Sein Achtelfinale wird live bei Eurosport übertragen. Die Uhrzeit ist offen. Altmaier und Carreno Busta bestreiten das dritte Match des Tages auf dem „Court Suzanne-Lenglen“.