Gesundheitsamt : Coronavirus: Erster Fall in Kempen

Am Donnerstagabend teilte der Kreis Viersen mit, dass ein Bauleiter aus Kempen mit dem Coronavirus infiziert ist. Nun wird geprüft, mit welchen Menschen der Mann in den vergangenen Tagen und Wochen in Kontakt stand.

Nun hat’s auch Kempen erwischt. Am frühen Donnerstagabend teilte der Kreis Viersen mit, dass in Kempen der erste Fall einer Erkrankung mit dem Coronavirus registriert worden ist. Nach Angaben der Pressestelle des Kreises handelt es sich um einen „jungen Mann aus Kempen“, der in der Position eines Bauleiters arbeitet. Weitere Angaben zur Person, zum Beispiel zum genauen Alter, machte die Behörde nicht. „Dabei geht es auch um den Schutz von Persönlichkeitsrechten“, so Kreissprecherin Anja Kühne auf Nachfrage der WZ.

„Aktuell werden die Kontaktpersonen des Infizierten gesucht. Wie der Infizierte sollen sie in häusliche Isolation“, hieß es am Donnerstagabend in einer Stellungnahme der Kreisverwaltung. Es gehe nun darum, herauszufiltern, mit wem der Mann in jüngster Zeit in Kontakt gestanden hat, so Anja Kühne.

„Wir beobachten die Lage weiterhin und sind aufmerksam. Wir rechnen damit, dass die Anzahl der Fälle in den kommenden Tagen steigen könnte“, wird Landrat Andreas Coenen in der Pressemitteilung zitiert. Der Fall in Kempen ist der vierte einer Erkrankung im Kreis Viersen. Am Mittwoch hatte die Behörde mitgeteilt, dass ein Mann und eine Frau aus Viersen mit dem Corona-Virus infiziert sind. Ebenso erkrankt ist eine Frau aus Schwalmtal. In diesem Zusammenhang hatte der Kreis Viersen ein Gymnasium in Schwalmtal geschlossen, weil die Tochter der Infizierten die Schule besucht. Am Donnerstag ergänzte der Kreis, dass die Schließung der Schule bis zum 18. März aufrechterhalten wird.

Von solchen Maßnahmen war man in Kempen am Donnerstagabend noch entfernt. Gleich nach der Mitteilung des Kreises Viersen trat aber der Krisenstab zusammen. Das bestätigte Stadtsprecher Christoph Dellmans am Donnerstagabend: „Mit sofortiger Einberufung des Kempener Stabs für außergewöhnliche Ereignisse (SAE), den wir bereits in der vergangenen Woche eingesetzt haben, wurde über den Fall gesprochen.“ Dem SAE sei mitgeteilt worden, dass der Infizierte sich vorbildlich verhalten habe. „Mit den ersten festgestellten Symptomen hat er jeglichen Kontakt zu seinem Umfeld abgebrochen und den Arzt kontaktiert. Dadurch konnte sichergestellt werden, dass alle Personen, mit denen er im Vorfeld Kontakt hatte, dem Gesundheitsamt benannt werden konnten. Insofern ist der Kreis überschaubar und es bestehen zurzeit keine weiteren Bedenken seitens des SAE“, informiert Dellmans in der Mitteilung.

Die Stadt Kempen hat beschlossen, das Bürgertelefon unter der Nummer 02152/917-4444 ab Freitag, 6. März, 10 bis 19 Uhr, zu schalten, so dass besorgte Bürger dort Informationen einholen können. Die Stadt Kempen bittet um Besonnenheit der Bürgerschaft.

Auch beim Kreis Viersen gibt es eine Hotline für Bürger. Das Telefon mit der Nummer 02162/5019350 ist täglich von 8 bis 19 Uhr mit Mitarbeitern besetzt.

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