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Corona: Wenn das öffentliche Leben zum Stillstand kommt

Coronavirus : Wenn das öffentliche Leben zum Stillstand kommt

Kitas und Schulen bleiben zu. Die Stadt Kempen organisiert Betreuungen für Notfälle. Konzerte fallen aus, Kultureinrichtungen werden geschlossen.

Das öffentliche Leben wird mit Blick auf das Coronavirus auch in Kempen und Grefrath nach und nach zum Stillstand gebracht.

Bereits am Freitag blieb die Liebfrauenschule Mülhausen geschlossen, weil ein „Mitglied der Schulgemeinschaft“, das mit einer infizierten Person in einem Haushalt lebt, die Schule bis Montag besucht hatte. Der Kreis Viersen gab die Pressemitteilung dazu am Freitagmorgen heraus. Die Schule war am Donnerstagabend informiert worden.

Schulen hatten sich auf die
Entscheidung vorbereitet

Am Freitagnachmittag dann die Nachricht von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet: Alle Schulen und Kitas bleiben bis zum Ende der Osterferien (19. April) geschlossen.

Die Schulen in Kempen und Grefrath hatten sich bereits darauf eingestellt. Viele Schüler haben am Freitag Arbeitshefte und Bücher mit nach Hause genommen, um in der nächsten Woche zu Hause lernen zu können. Hausaufgaben würden auf der Homepage veröffentlicht, teilte Berrit Liebisch, Schulleiterin der Grefrather Grundschule auf der Internetseite für ihre Schule mit.

Seit einigen Jahren arbeiten besonders die älteren Jahrgänge der Mülhausener Liebfrauenschule mit Online-Plattformen, schilderte Schulleiter Christoph Aretz am Freitag im Gespräch mit der WZ. Daher ist er sicher, dass die digitale Zusammenarbeit in der Zeit des Unterrichtsausfalls funktionieren wird.

Für die Kempener Gesamt- schule hat Leiter Uwe Hötter auf der Internetseite der Schule die E-Mail-Adressen der Lehrer hochgeladen, damit diese für Schüler und Eltern erreichbar sind. Per E-Mail werden die Schüler nun mit Materialien zum Lernen versorgt, so Hötter. Gerade bei den älteren Schülern habe es am Freitag auch Unsicherheiten mit Blick auf die Abschlussprüfungen gegeben. Aber Hötter ist sicher, dass man Lösungen finden wird. „Wichtig ist, dass die Schüler durch diese Situation keine Nachteile haben.“ Gleichzeitig macht der Schulleiter keinen Hehl daraus, dass es nicht einfach sein wird, den fehlenden Unterricht nur durch Materialien zu ersetzen.

Hötter machte deutlich, dass es nun wichtig sei, die Ruhe zu bewahren und immer im Gespräch zu bleiben.

Betreuung am Montag
und Dienstag sichergestellt

Damit die Eltern Gelegenheit haben, sich auf diese Situation einzustellen, können sie bis einschließlich Dienstag ihre Kinder zur Schule schicken. Jede Schule wird eine Betreuung an diesen beiden Tagen während der üblichen Unterrichtszeit sicherstellen. Für Eltern, die in „unverzichtbaren Funktionsbereichen“, insbesondere im Gesundheitswesen, arbeiten, wird während der gesamten Zeit des Unterrichtsausfalls ein Betreuungsangebot vorgehalten. Dazu werden die Schulen mit der Stadt als Schulträger noch Gespräche führen. Man werde nun erst einmal sehen müssen, wie groß der Bedarf für Betreuung eigentlich ist, so Uwe Hötter.

Die Stadt Kempen hatte nach den Schließungen von Grundschule und einer Kita in St. Hubert am Donnerstag auch die dortige Turnhalle geschlossen. Die Desinfizierung der geschlossenen Schule, der Kitas und der Sporthalle wird zurzeit vorbereitet und erfolgt voraussichtlich in der kommenden Woche anstehen, so Stadtsprecher Christoph Dellmans.

Konzerte fallen aus, Museum und Bücherei bleiben geschlossen

Und die Reihe der Absagen gingen am Freitag weiter: Die Stadt Kempen lässt alle Veranstaltungen der Kulturszene und von Kempen Klassik bis zu den Osterferien ausfallen. Eintrittskarten behalten ihre Gültigkeit, Ersatztermine werden gesucht. Die Stadtbibliothek bleibt bis auf Weiteres ebenso geschlossen wie das Kramer-Museum. Die Jugendfreizeitheime bleiben ebenso dicht.

Sportvereine in Kempen haben ihren Betrieb eingestellt. Darunter auch die Vereinigte Turnerschaft. „Sport, Spiel und Training sind bis auf weiteres nicht mehr möglich“, sagt der VT-Vorsitzende Detlev Schür­mann. „Wir stehen am Anfang einer Epidemie.“ Aufgrund der Gesundheitsgefährdung sehe sich der Verein gezwun­gen zu dieser noch nie dagewesenen Maßnahme. „Wir wollen damit helfen, die Infektionskette zu unterbrechen“, sagt Schürmann.

Der SV Thomasstadt hat den Trainings- und Spielbetrieb bis zum 29. März eingestellt. Der Fußballverband Niederrhein hat den Spielbetrieb bis zum 19. April ausgesetzt.

Auch das Eisstadion hat nach einer Anordnung der Gemeinde Grefrath bekannt gegeben, den Eislaufbetrieb für diese Saison mit sofortiger Wirkung einzustellen. „Wir bedauern sehr, dass damit die Laufzeit, die geplante Abtau-Party und die Laufzeiten am Samstag und Sonntag entfallen“, so Veranstaltungsleiter Jan Lankes.

Rathäuser nur in
dringenden Fällen aufsuchen

Die Verwaltungen in Kempen und Grefrath bitten die Bürger, die Rathäuser nur in dringenden Angelegenheiten aufzusuchen. Wenn möglich sollen Fragen und Anliegen per Telefon, E-Mail oder Post geklärt werden.

Die katholischen Pfarrgemeinden Kempen und St. Hubert haben die Firmungen, die an diesem Sonntag in St. Hubert und am 21. März in Kempen stattfinden sollten, verschoben.

Die Stadt Kempen sammelt alle Absagen und Schließungen auf einer Internetseite:

www.kempen.de/
de/inhalt/covid-19-absagen