Corona-Untersuchungszentrum in Kempen : Sonderschichten im Corona-Zentrum

Die Zahl der ausgewiesenen Corona-Risikogebiete im In- und Ausland wird immer größer. Somit steigt auch die Anzahl der zu testenden Personen. Das Corona-Testzentrum in Kempen sieht sich für diese Aufgabe gut aufgestellt.

Die Infektionszahlen mit dem Coronavirus steigen derzeit deutlich an und die Reisenden, die aus Risikogebieten zurückkehren, werden immer mehr. Vor dieser großen Aufgabe sehen sich die Mitarbeiter des Corona-Untersuchungszentrums, kurz: CUZ, in Kempen, das sich über die Stadtgrenzen hinaus für den gesamten Kreis Viersen als Anlaufstelle etabliert hat.

Das CUZ, eine Einrichtung der Kassenärztlichen Vereinigung im Kreis Viersen an der Kempener Arnoldstraße, geht sehr flexibel mit den steigenden Infektionszahlen und den zahlreichen Patienten um, die sich testen lassen wollen und müssen. „Gerade am Donnerstag haben wir unsere tägliche Öffnungszeit von drei Stunden um eine weitere Stunde am Abend erweitert“, sagt Dr. Arndt Berson, niedergelassener Allgemeinmediziner aus Kempen. Er ist Mitinitiator der Einrichtung, die eng mit dem Kreisgesundheitsamt in Viersen zusammenarbeitet.

Der Kempener Arzt Dr. Arndt Berson nimmt im CUZ einen Abstrich. Foto: Norbert Prümen

In den beiden Containern auf dem Parkplatz gegenüber dem Arnoldhaus ist neben den Mitarbeitern von Hilfsorganisationen und Praxismitarbeiterinnen immer auch ein Mediziner anwesend, um die Testungen vorzunehmen. Das zuständige Labor mit Sitz in Köln, das in Kempen mit einer Filiale vertreten ist, hat zugesagt, dass die Ergebnisse innerhalb von 72 Stunden vorliegen. „In der Praxis zeigt sich, dass in fast allen Fällen das Ergebnis bereits am Folgetag da ist“, erzählt Berson, der auch Vorsitzender der Kreisstelle Viersen der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein ist.

Wichtig, damit das Prozedere reibungslos ablaufen kann, ist die Kontaktaufnahme der Patienten, die Corona-Krankheitssymptome verspüren oder aus einem Risikogebiet zurückkehren. Diese erste Kontaktaufnahme muss nicht über einen Hausarzt erfolgen, sondern läuft direkt online unter www.cuz-nrw.com. Dort kann ein Termin vereinbart werden „Wichtig bei dieser Online-Registrierung ist es, alle Kontaktdaten sorgfältig und gewissenhaft anzugeben“, sagt Mediziner Berson. Denn nur so können wiederum die Testergebnisse auch schnellstmöglich übermittelt werden. Unnötige Wartezeiten entfallen, so auch bei der Terminvergabe im 15-Minuten-Takt.

Zwölf Tests können in diesem Zeitfenster vorgenommen werde. Kurze Wartezeiten auf dem Parkplatz sind daher nicht zu vermeiden. „Aber auch hier achten wir darauf, dass kleine Kinder, Gehbehinderte und richtig kranke Patienten ganz zügig in den beheizten Containern getestet werden können“, versichert Arndt Berson.

Wer nicht das CUZ online kontaktieren möchte, kann sich auch beim Hausarzt testen lassen. „Aber bitte auch hier nur mit telefonischer Voranmeldung“, appelliert Hausarzt Berson an die Patienten. In den Praxen sind gesonderte Infektionssprechstunden eingerichtet worden, in denen Patienten untersucht und getestet werden können, ohne auf andere Praxisbesucher und ungeschütztes Personal zu treffen.

Anspruch auf einen Test zu Lasten der Krankenversicherung haben neben den Reisenden aus den Risikogebieten auch Lehrer, Erzieher, Patienten mit Symptomen und Nutzer der Corona-Warn-App, die eine Meldung über ein mögliches Infektionsrisiko erhalten haben. Zu einem Preis von 26,50 Euro plus Laborkosten können sich auch alle anderen testen lassen.

Arndt Berson sieht die Prognose von Bundeskanzlerin Angela Merkel, dass die Infektionszahlen bis Weihnachten auf 20.000 Fälle pro Tag ansteigen könnten, ähnlich. Deshalb mahnt er Urlauber, auch in den Herbstferien an Abstand, Desinfektion und Maske zu denken und auf Menschenansammlungen zu verzichten. Auch für die Reiserückkehrer Ende Oktober und im November steht das CUZ in Kempen mit auf den Bedarf ausgerichteten Öffnungszeiten und nötigen Zusatzschichten zur Verfügung.