Christian Leetz aus Kempen versorgt die Republik mit Tourismus-News

Lokale Wirtschaft : Tourismus-Newsletter kommt aus Kempen

Christian Leetz hat im TZN den idealen Standort für seinen Mediendienst gefunden. Er bedient die Branche in ganz Deutschland.

Weit hat es Christian Leetz zu seinem künftigen Büro nicht: Zum 1. Juni tauscht er sein bisheriges Homeoffice am Erkesweg in St. Hubert gegen neue Räume im Technologie- und Gründerzentrum Niederrhein am Industriering Ost in Kempen. Dann heißt es: TN trifft TZN. Denn sein Startup heißt TN-Deutschland – die beiden Buchstaben stehen für Tourismus-Newsletter. Leetz ist Herausgeber und Geschäftsführer. „Das TZN bietet uns mit seiner modernen Infrastruktur und auf Jungunternehmer angepassten Mietpreisen den idealen Startpunkt für die nächste Phase unserer Entwicklung“, freut sich der 41-Jährige über den neuen Standort. „Dass gerade eine passende Fläche frei wurde, ist für uns ein Glücksfall.“

Dreimal wöchentlich
geht der Newsletter heraus

Das 2016 gegründete Unternehmen hat die typische Durststrecke der Anfangszeit längst hinter sich. Der Newsletter ist nach Angaben des Startups inzwischen „Marktführer im Bereich digitale B2B-Kommunikation für den Deutschlandtourismus“. Soll heißen: Die Branche zwischen Sylt und Garmisch-Partenkirchen liest, was in Kempen redaktionell entsteht. Dreimal wöchentlich wird der Newsletter an rund 18 000 Abonnenten wie Tourismusorganisationen, Busveranstalter und  Reisebüros verschickt – auch die Niederrhein Tourismus GmbH mit Sitz in Viersen gehört zu den Kunden. Für diesen großen Interessenten-Kreis sichtet das Team, das neben dem Chef derzeit aus vier freien Mitarbeitern sowie einer kürzlich eingestellten Auszubildenden besteht, Woche für Woche hunderte News und Pressemitteilungen. Sie werden gefiltert und für die eigene Leserschaft aufbereitet.

„Für uns als touristischer Branchendienst ist Kempen ein spannender Standort“, erklärt Christian Leetz. „Zum einen passiert am Niederrhein selbst viel. Aber NRW als größtes Flächenland ist für die meisten anderen Bundesländer auch der wichtigste Quellmarkt.“ Anders ausgedrückt: Alle bemühten sich um Gäste aus NRW. „Das gibt unserer Geschäftsidee ordentlich Rückenwind.“ Auf der anderen Seite ist NRW aus seiner Sicht auch ein Innovationsmotor: Hoteliers, Freizeitbetriebe und Regionen müssten hier innovativer sein als zum Beispiel Gastgeber an der Nord- oder Ostsee, „wo der Reisegrund von sich aus vordergründiger ist“. An Rhein und Ruhr passiere also viel touristische Produktentwicklung, die bundesweit Relevanz habe: „Für uns als Fachverlag, dessen DNA der Wissenstransfer innerhalb der Branche ist, ist das natürlich perfekt.“

Fokussierung auf Deutschland
ist „Alleinstellungsmerkmal“

Die Fokussierung auf das Reiseland Deutschland bezeichnet der Gründer als „Alleinstellungsmerkmal“. Deutschland boome, ein touristisches Rekordjahr schließe sich ans nächste an. „Im Deutschlandtourismus gibt es gerade im Technologiebereich viele Startups mit jungen Unternehmern, die derzeit viel bewegen. Wir sind als Onlineverlag mit einem Schwerpunkt auf digitalen Themen ein Teil davon.“

Sowohl die Selbstständigkeit als auch die Verlagerung des Lebensmittelpunkts an den Niederrhein waren nicht von langer Hand geplant. Der gebürtige Frankfurter hat bei der Rhein-Zeitung in Koblenz volontiert und anschließend einige Jahre als freier Reise-Journalist für Medien wie Süddeutsche Zeitung und FAZ geschrieben. 2009 übernahm er die Leitung des Reise-Ressorts für alle NRW-Zeitungstitel der Funke Mediengruppe (WAZ). Bei der Immobiliensuche auf digitalen Landkarten stieß er auf Kempen. Im zweiten Stock des Einfamilienhauses setzte er vor drei Jahren seine Geschäftsidee in die Tat um. Vorausgegangen war ein längerer Prozess, an dessen Ende der Wechsel vom Journalismus zum Unternehmertum stand – auch wenn Leetz’ heutige Tätigkeit noch viele Elemente seines Lernberufs umfasst.

TN-Deutschland ist weiter auf Wachstumskurs. Und sucht daher Unterstützung. „Nachdem wir innerhalb von gerade einmal vier Wochen mit Hilfe der IHK und dem Programm ,Passgenaue  Besetzung’ des Bundeswirtschaftsministeriums eine Auszubildende für den Beruf der Medienkauffrau gefunden haben, suchen wir jetzt Praktikanten für den Redaktionsbereich“, so Christian Leetz. Ideal wären seiner Aussage nach Studenten, die nach dem Studium Redakteur werden möchten, also ein Volontariat anstreben und dementsprechend vorher Erfahrungen im Medienbereich aufbauen sollten. Sie könnten dann auch am neuen, eigenen Magazin mitwirken. Dessen erster Titel erscheint Mitte Juni.

Mehr von Westdeutsche Zeitung