CDU möchte Badverein unterstützen

Finanzen: Der Badverein braucht Hilfe

Die Finanzierung des Reha-Bads im Hospital ist laut Vorstand auf Kante genäht. Die CDU-Abgeordneten Uwe Schummer und Marcus Optendrenk wollen nun nach Lösungen suchen.

Eigentlich läuft es im Reha-Bad des Hospitals zum Heiligen Geist ganz rund. Das Bad im Keller des Krankenhauses sei zu etwa 80 Prozent ausgelastet. Eine Zahl, mit der der Betreiber-Verein der Anlage sehr zufrieden ist. Bei einem Termin mit den beiden CDU-Abgeordneten Marcus Opten-
drenk (Land) und Uwe Schummer (Bund) ging es aber nicht nur um diese positive Zahl. Vielmehr machte der Vorstand auf sein großes Finanzierungsproblem aufmerksam – und bat die Abgeordneten um Hilfe.

Nach Angaben von Helmut Pasch, der sich beim Badverein um die Finanzen kümmert, bestehen die Probleme vor allem darin, die sogenannten Revisionskosten zu bezahlen. Diese beziehen sich unter anderem auf eine jährliche Schließung des Bades. Diese sei notwendig, um die Anlage mit 32 Grad warmem Wasser hygienisch und technisch auf dem neuesten Stand zu halten. „Dies ist bei einem Reha-Bad besonders aufwendig“, ergänzt Thomas Paßers, Geschäftsführer des Hospitals zum Heiligen Geist. Zumal nach den nötigen Arbeiten eine erneute Genehmigung des Kreisgesundheitsamtes erfolgen müsse.

Artemed ist bei Sanierung
in Vorleistung gegangen

Zweiter hoher Kostenfaktor für den Verein ist das „Abstottern“ einer Vorleistung durch Hospital-Betreiber Artemed. Nachdem das sanierungsbedürftige Bad rund eineinhalb Jahre geschlossen war, ging das Unternehmen für die Arbeiten mit etwa 100 000 Euro in Vorleistung. Der Badverein als Betreiber muss diese Summe nun nach und nach zurückzahlen. Artemed selbst hatte kein Interesse mehr an einem Weiterbetrieb der Anlage, weil diese aus medizinischer Sicht nicht mehr in großem Umfang genutzt werde, hieß es damals. Nichtsdestotrotz nutzt Artemed nun 20 Prozent der Kapazitäten, was nach Angaben des Vereinsvorstandes eine „wichtige und große Hilfe“ ist.

„Um es auf den Punkt zu bringen: Die laufenden Kosten können wir über Mitgliedserträge und Gebühren für die einzelnen Nutzungsstunden finanzieren. Wegen der beschriebenen zusätzlichen Kosten ist aber alles auf Kante genäht“, sagt Helmut Pasch. Er wolle nicht „Jahr für Jahr um die Existenz des Bades zittern müssen“.

Nun hatten die beiden Politiker logischerweise nicht direkt die Landes- oder Bundestöpfe mit jede Menge Geld mit nach Kempen gebracht. Opten-
drenk und Schummer sicherten aber zu, sich für den Betrieb des Bades, das nach Angaben des Vorstandes einzigartig im Kreis Viersen ist, stark zu machen. So brachte Uwe Schummer einen Zuschuss seitens der Krankenkassen ins Spiel. Der Willicher will nun auf die Regionalvorstände von Barmer und AOK zugehen. „Gerade im Bereich der Gesundheitsprävention stehen den Krankenkassen Selbsthilfefonds zur Verfügung“, so Schummer. Opten-
drenk ergänzte, dass die Kassen in diesem Finanzierungsbereich ohnehin etwas an den Strukturen tun müssten. Es werde immer von der Gesundheitsprävention gesprochen, aber letztlich zu wenig dafür getan.

Kreis Viersen und Stadt Kempen sollten Ansprechpartner sein

Auch den Kreis Viersen wollen die beiden CDU-Politiker ansprechen. Wenn es tatsächlich so sei, dass die Nutzer aus dem gesamten Kreisgebiet kommen, lohne auch hier ein Gespräch. Schummer ergänzte zudem, dass auch die Stadt Kempen für ein Finanzierungsmodell ein Partner sein sollte. In diesem Zusammenhang sagte Walter Simon vom Badverein auf Nachfrage der WZ, dass die Stadt Kempen bislang jegliches Engagement ablehnt.

Nicht außer Acht lassen will der Vereinsvorstand das Thema Sponsoring. Walter Simon putzt nach eigenen Angaben schon eine ganze Weile Klinken in den Kempener Gewerbegebieten. Bislang halte sich der Erfolg aber in Grenzen. „Da bleibe ich aber am Ball“, versprach Simon.

Der Vorstand betonte gegenüber den Politikern und der Presse die Bedeutung des Bads. Profitieren würden unter anderem Menschen, die an Krankheiten wie Rheuma oder Osteoporose leiden. Auch die Behindertengemeinschaft (BSG) Kempen sei ein Nutzer des Bads. In diesem Zusammenhang gab Schummer den Herrn noch die Idee auf den Weg, Kontakt zur Lebenshilfe im Kreis Viersen aufzunehmen. Auch diese sei ein potenzieller „Kunde“.

Mehr von Westdeutsche Zeitung