Es betrifft alle CDU in Kempen wirbt für mehr Rücksicht auf Wirtschaftswegen

Kempen · Der CDU-Ortsausschuss Kempen-Land will das Miteinander auf landwirtschaftlich genutzten Wegen fördern.

Der kleine Mats (v.l.), Herbert Nopper, Stefan Küppers und Sebastian van Thiel bitten um mehr Rücksichtnahme auf Wirtschaftswegen.

Der kleine Mats (v.l.), Herbert Nopper, Stefan Küppers und Sebastian van Thiel bitten um mehr Rücksichtnahme auf Wirtschaftswegen.

Foto: Norbert Prümen

(biro) Auf dem Wirtschaftsweg An Haus Steinfunder in Kempen prangt ein großes Piktogramm in Weiß. Ein Traktor ist darauf zu sehen, daneben ein Radfahrer. „Rücksicht macht Wege breit“, ist dort zu lesen. Das Piktogramm wurde mit Kreidefarbe aufgesprüht. Es hält eine Weile, bis der Regen und das ständige Drüberfahren die Kreide abgelöst haben. Weitere Piktogramme in Klixdorf, Ziegelheide und Schmalbroich sollen folgen.

Das Projekt in Kempen geht auf eine Initiative des CDU-Ortsausschusses Kempen-Land zurück, die Aktion „Rücksicht macht Wege breit“ des Rheinischen Landwirtschaftsverbandes (RLV) selbst gibt es bereits seit Jahren. In vielen Städten und Gemeinden nehmen Landwirte an der Aktion teil, die Schablonen dafür können im Kreis Viersen beispielsweise bei der Kreisbauernschaft ausgeliehen werden.

Der Verband bittet Radfahrer und Spaziergänger „inständig, auf den Grünstreifen oder an den Wegesrand zu treten, wenn ein Landwirt mit seinem breiten Fahrzeug vorbeifahren möchte.“ Ansonsten sei ein Passieren nach der Straßenverkehrsordnung nicht möglich, denn diese schreibe einen Abstand von zwei Metern beim Überholen vor. Hier sei es besonders wichtig, Rücksicht aufeinander zu nehmen.

Auch auf Wirtschaftswegen in Kempen kommt es immer wieder zu Problemen, wenn sich mehrere Nutzer der Wege begegnen. Viele Menschen sind zwischen Feldern und Wiesen regelmäßig unterwegs – zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit dem Auto, mit dem Trecker. Spaziergänger seien eigentlich nicht so sehr das Problem, meint Landwirt Stefan Küppers aus Kempen-Klixdorf, die machten in der Regel Platz und warteten, bis Auto oder Traktor vorbeigefahren sei. Bei Radfahrern oder Rennradfahrern sei das nicht immer der Fall.

Das berichtet auch Landwirt Sebastian van Thiel: „Vor zwei Wochen kam mir eine Gruppe radelnder Männer entgegen. Ich war langsam mit dem Trecker unterwegs, aber als wir aneinander vorbeifuhren, sah ich, dass einer mit dem Kopf schüttelte.“ Ein anderes Mal sei er mit dem Traktor mehrere hundert Meter hupend hinter einem Rennradfahrer hergefahren, der mitten auf dem Wirtschaftsweg fuhr, „ich konnte ihn nicht überholen, ich hatte hinten am Traktor eine breite Maschine dran.“ Dabei kann man eben warten, bis ein größeres landwirtschaftliches Fahrzeug vorbeigefahren ist. Oder als Autofahrer nach einer Haltemöglichkeit schauen, ohne ins Feld auszuweichen oder andere zu zwingen, in die Bankette zu fahren.

Den Mitgliedern des CDU-Ortsausschusses geht es nicht darum, Ausflügler von den Wirtschaftswegen fernzuhalten. Sie wollen lediglich für mehr Miteinander werben. Van Thiel: „Es ist alles okay, so lange die Leute Rücksicht nehmen.“

(biro)