Bürger beten für Polizisten und legen Blumen nieder

Bürger beten für Polizisten und legen Blumen nieder

Die Anteilnahme der Bevölkerung für die Behörde und die Angehörigen der getöteten jungen Frau und der beiden verletzten Kollegen ist groß.

Kreis Viersen. „Der Zuspruch der Bevölkerung ist sehr tröstend in dieser schwierigen Zeit.“ Antje Heymanns, Pressesprecherin der Kreispolizeibehörde Viersen, merkt man an ihrer Stimme an, wie emotional angefasst sie ist, wenn sie über ihre drei Kollegen sprechen muss, die in dem Streifenwagen auf dem Standstreifen der A 61 in Viersen saßen, in den am Mittwochabend ein offensichtlich betrunkener Fahrer mit seinem Lkw hineingefahren ist.

Eine Kollegin, 23 Jahre jung, die im Wagen auf der Rückbank saß, starb noch am Unfallort. Die Polizistin am Steuer, 48 Jahre, wurde lebensgefährlich verletzt. Dem schwer verletzten 22-jährigen Kollegen, der auf dem Beifahrersitz saß, geht es, so Heymanns, „den Umständen entsprechend besser“.

Weiter bangen die Familien, Freunde und Kollegen um die 48-Jährige. „Der Zustand unserer lebensgefährlich verletzen Kollegin hat sich leicht stabilisiert, doch leider ist eine Lebensgefahr immer noch nicht ausgeschlossen“, sagte Heymanns am Freitag.

Die Anteilnahme der Bevölkerung ist groß und äußert sich auf vielfältige Weise. Vor dem Eingang der Polizeiwache in Viersen stellen Bürger Kerzen ab und zünden auch als Zeichen der Hoffnung das Licht an. Andere legen Blumen hin als Ausdruck ihrer Trauer um die verstorbene Polizistin.

„Viele sind persönlich hier erschienen und haben kurz gebetet“, sagt Heymanns. Andere drückten ihr Mitleid in Briefen und Nachrichten über E-Mails oder Twitter aus und hinterließen Zeichen ihrer Traurigkeit und Bestürzung auf Facebook.

„Wir werden die Kondolenz- und Genesungswünsche sammeln und den Eltern und Angehörigen der drei Kollegen übermitteln“, sagte Antje Heymanns.

Im Namen aller Polizisten ihrer Behörde dankt Heymanns für die Anteilnahme. „Danke, wenn Sie alle mit Ihren Gedanken weiter an unserer Seite stehen.“ Um die trauernden Kollegen kümmern sich Psychologen und Seelsorger.

Die Ermittlungen laufen weiter. Am Donnerstagnachmittag hatte die Polizei bestätigt, dass ein absichtliches Verschulden des betrunkenen Fahrers nicht ausgeschlossen werden kann. Deshalb werde auch wegen Mordverdachts ermittelt.