Bündsnis gegen Extremismus: Schüler gegen Rechts

Bündsnis gegen Extremismus: Schüler gegen Rechts

Die städtische Schülervertretung will ein Bündnis gegen Extremismus gründen. Das erste Treffen ist am 22. März in der Realschule.

Kempen. Es war der politische Aufreger am Ende des vergangenen Jahres: Nach einem Artikel in der überregionalen Zeitung „Die Welt“ und Internetvideos über kleinere Demonstrationen der rechtsorientierten NPD wurde die Frage diskutiert, ob Kempen eine „braune Szene“ hat. Die Kempener Parteien wurden mit dem Vorwurf konfrontiert, dass sie nichts gegen diese rechte Szene tun, und sie stattdessen ignorieren.

Eine Antwort gaben die Fraktionen in der Ratssitzung im Dezember 2011: Nachdem Bürgermeister Volker Rübo eine gemeinsame Resolution gegen Rechts vorgelesen hatte, gab es langanhaltenden Beifall.

Jetzt wollen die Schüler Kempens aktiv werden. Die Schülervertretung (SV) der Stadt möchte ein „Bündnis gegen Extremismus“ gründen. Die Gründungsversammlung ist für den 22. März geplant. Um 19 Uhr treffen sich Organisatoren und Interessierte in der Aula der Erich Kästner Realschule an der Pestalozzistraße 3-5.

Die Initiatoren möchten nach eigener Aussage über Rechtsextremismus informieren und so zum Nachdenken anregen. „Wir empfinden es als unsere Aufgabe, Schüler vor Extremismus zu schützen, indem wir sie informieren“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Die Stadt-SV überlegt an diesem Abend, wie sie das Bündnis gestalten möchte. Ein fünf- bis zehnköpfiges Organisationsteam soll gefunden und gewählt werden. Ferner werden die ersten Schritte im neuen Bündnis besprochen. So sollen Flyer hergestellt und eine Internetseite ins Leben gerufen werden.

Bei der Gründungsversammlung referiert auch der Kempener Professor Klaus-Peter Hufer, Politikwissenschaftler der Universität Duisburg-Essen und Fachbereichsleiter der Volkshochschule. Hufer hatte bereits im Dezember in der WZ bestätigt, dass Kempen durchaus eine „braune Szene“ hat und davor gewarnt, diese zu ignorieren: „Wir dürfen die Augen davor nicht verschließen.“ Der Politikwissenschaftler gibt den Schülern bei der Versammlung Tipps, wie man gegen Rechtsextremismus aktiv werden kann.

Mehr von Westdeutsche Zeitung