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Buchverlag Kempen bringt Bücher für Schüler mit Leseschwierigkeiten heraus

Kempen : Kempener Verlag bringt Bücher für schwächere Leser heraus

Der BVK startet die Buchreihe „plus“ mit einfacherer Sprache und lockerem Layout. Die Werke richten sich an Zwölf- bis 14-Jährige.

Für Jugendliche ist es in der Regel uncool, ein Buch aus dem Kinderbuchregal auszusuchen. Doch wer schwächer im Lesen ist, kapituliert vor den gerne mal dickleibigen Büchern mit kleinem Schriftbild in den anderen Regalen – falls die Hemmschwelle Buchhandlung oder Bibliothek überhaupt überwunden wird. Mit einem neuen Angebot will der Buchverlag Kempen (BVK) für Abhilfe sorgen. Er startete die Buchreihe „plus“ mit Lesestoff für nicht so lesestarke Schüler.

Der Kempener Verlag ist regelmäßig auf der Bildungsmesse Didacta vertreten. Und dort kam von vielen Pädagogen die Rückmeldung, es fehle in Schulen an Lektüre, die in den heterogenen Klassenverbänden auch schwächeren Schülern Spaß am Lesen biete. Lektorin Ilka Bonten-Löwenhag hat daher eine Reihe konzipiert, die diesem Anspruch gerecht werden soll, und darüber hinaus – dem Namen „plus“ entsprechend – außer der Lektüre noch weiterführende didaktische Tipps zum Thema gibt.

Für die Autoren, die es gewohnt sind, für Kinder und Jugendliche zu schreiben, war es trotzdem eine besondere Herausforderung. Es geht nicht nur um eine einfachere Sprache, auch der Textaufbau und die Struktur, die einem aufgelockerten Layout verpflichtet ist, müssen anders sein. Ebenso ist die Seitenzahl verringert. Und die kreativen Mediengestalter des Verlages gestalten den Text anschaulich mit Fotos, Grafiken oder Sprechblasen. Als Lesehilfe gibt es außerdem einen Zeilenzähler.

Autoren aus der Region haben
die Geschichten geschrieben

Mit der Plus-Reihe sollen Jugendliche von zwölf bis 14 Jahren angesprochen werden. Bisher erschienen vier Bücher. Jedes kann im Unterricht gelesen werden, ohne auch die anderen wählen zu müssen.

Als im Verlag die Reihe entwickelt wurde, war man sich sicher, dass keine Fantasy- oder Science-Fiction-Geschichten in Frage kommen. Das Verlagsteam einigte sich auf „Problemthemen“, die die angesprochene Altersgruppe interessieren und altersgemäß behandelt werden. Aber letztendlich, sagt Janina Haselbach vom Marketing, müssten Geschichten Gefühle wecken und Herzen bewegen, sie müssten einen packen und nicht mehr loslassen.

Bei den Themen handelt es sich in erster Linie um Ideen der Autoren. Im Buch „Herz und Schmerz“ geht es um erste Verliebtheiten und um den angeborenen Herzfehler eines 14-jährigen Mädchens. Autor ist Markus Fegers, Förderschullehrer in Viersen. „Fremd und Land“ handelt vom 15-jährigen Tim, der für ein halbes Jahr als Austauschschüler in einer kanadischen Familie lebt. Autorin ist Sabrina Schellhoff, Kunst- und Deutsch-Studentin aus Stolberg, die selbst als Au-pair in den USA war.

In „Promille und Beats“ wird der Konflikt eines 16-Jährigen mit seinem alkoholkranken Vater geschildert. Er flüchtet sich in seine Musik und baut eigene Tracks am Computer. Geschrieben hat es der Berliner Kommunikationswirt und Schauspieler Dirk Petrick. Um Vorurteile und Rassismus geht es in „Hass und Liebe“, geschrieben von Marcel Rau aus Kempen. Alle Werke gibt es im Buchhandel. hb