Breyell: Der Traumberuf bleibt oft ein Wunsch

Breyell: Der Traumberuf bleibt oft ein Wunsch

Berufseinstieg: Die Gesamtschule will ihre Abgänger aus der zehnten Klasse besser beraten.

Breyell. Die Gesamtschule Nettetal hat in Sachen Berufseinstieg ihrer Schulabgänger nach der 10.Klasse zwei Sorgen: Bekommen sie einen Ausbildungsplatz und reicht das Geld für das baseL-Berufseinstiegsprojekt auch über den 1. Februar 2010 hinaus.

"Die Eltern sehen oft die Brisanz der Berufswahl nicht", sagt Schulleiter Roland Schiefelbein. Deshalb werden ab dem nächsten Schuljahr die Eltern von Neuntklässlern zu Gesprächen eingeladen. Vor allem die Jungs haben Flausen im Kopf.

Das kann in der Abschluss-Zeitung der Abgänger nachgelesen werden: "Ein dickes Auto und viel Geld" sind die Wünsche für die Zukunft.

"Manchmal gibt es unrealistische Traumberufe", weiß Susanne Hombücher. Sie war Managerin und steht der Schule als Berufseinstiegs-Begleiterin zur Verfügung. "Wir führen Gespräche, erkunden, was dem Schüler an dem Beruf gefällt und suchen Alternativen."

Wie bei Jennifer Horster (9.Klasse). Sie hatte den Berufswunsch Pferdewirtin. Praktikumsstellen wurden vermittelt. "Dabei habe ich festgestellt, dass ich sehr früh aufstehen muß. Damit komme ich nicht klar. Zudem müsste ich zur Berufsschule nach Köln. Das ist zu weit." Jennifer strebt nun eine Lehrstelle als Verkäuferin in Nettetal an.

Schulabgänger Marcel Marek erzählt: "Ich wollte Programmierer werden und merkte zu spät, dass es dafür keinen Ausbildungsberuf mit meiner Qualifikation gibt. Jetzt mache ich ein Praktikum und bin optimistisch, einen Lehrvertrag in einem technischen Beruf zu bekommen."

Rund 30.000 Euro kostet das baseL-Projekt. Ein Drittel muss von der Schule durch Spenden aufgebracht werden, dann legt das Arbeitsamt den Rest dazu.

Die drei Berufseinstiegs-Begleiter Susanne Hornbacher, Cäcilia Lütz und Hans Gerd Philip stehen auf 400-Euro-Basis jeweils an einem festen Wochentag in der Schule zur Verfügung und garantieren eine passgenaue Betreuung der Acht- bis Zehntklässler.

Schiefelbein hofft, dass baseL einmal als grenzüberschreitendes Projekt für die Schulen in Venlo und Nettetal von der euregio gefördert wird, da "jede Seite die Berufsausbildung jenseits der Grenze bewundert". In den Niederlanden erfolgt diese noch in den Schulen. Aber er ist auch zufrieden: 20 der 65 Abgänger aus den 10. Klassen haben eine Ausbildungsstelle. Doppelt so viele wie 2008. 45 besuchen nach den Ferien ein Berufskolleg.