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Blitzmarathon: „Die Raserei ist gefährlich“

Blitzmarathon: „Die Raserei ist gefährlich“

Es gab Einsätze in Kempen, Oedt und Breyell.

Kempen/Oedt/Nettetal. „Autos kommen hier teilweise reingerauscht, überholen noch im Ort und machen es schwer, über die Straße zu kommen“, beklagt sich Kerstin Wilke. Damit der Ortseingangsbereich Süchtelner Straße in Oedt verkehrsberuhigter wird, hat sich die Anwohnerin als „Messpatin“ gemeldet.

Im Rahmen des 24-Stunden-Blitzmarathons Dienstag und Mittwoch von 6 bis 6 Uhr bekommen Bürger die Möglichkeit, der Polizei Messstellen vorzuschlagen. „Mich stört, dass Autofahrer oft das Tempo von der Landstraße mit in den Ort nehmen. Die Raserei ist gefährlich — hier wollen ja auch Kinder über die Straße,“ sagt Wilke. Deshalb habe sie die Tempo-50-Zone bei der Polizei angemeldet.

Im Kreis Viersen schlugen insgesamt 16 Bürger Standorte vor. 40 Polizeibeamte sind bis Mittwoch Morgen mit acht Messgeräten im Einsatz. In Oedt wurde die Laser-Pistole rund 100 Meter hinter dem Ortseingangsschild platziert. „Unsere Messgeräte haben eine Reichweite von bis zu 1000 Metern und sind sehr genau“, erklärt Polizist Dietmar Berner. „In den frühen Morgenstunden war hier wegen des Berufsverkehrs viel los. Wir haben aber erst einen Autofahrer anhalten müssen“, erklärte er am Dienstag gegen 11.30 Uhr.

Die landesweite Blitzaktion findet in diesem Jahr zum zweiten Mal statt. Neben der Station in Oedt wurde außerdem in Kempen auf der Vorster und Hülser Straße, in Grefrath (B 509) und in Breyell (K3/Ritzbruch und Lobbericher Straße) geblitzt. Die genaue Auswertung der Polizei folgt am Mittwoch. Nach einer Zwischenbilanz am Dienstag war die Lage ruhig. Bis 13 Uhr fielen im Kreis Viersen 86 Raser mit überhöhter Geschwindigkeit auf. 74 Mal gab es ein Verwarngeld, zwölf Mal eine Anzeige. In Willich wurde ein Sportwagenfahrer mit 143 km/h in einer 70er-Zone geblitzt. Er muss mit 600 Euro Strafe und drei Monaten Führerscheinentzug rechnen. lgu