Bio-Olympiade: Ein Ass vom Thomaeum

Der Kempener Jan Seemann gehört zu den 45 besten Jungbiologen in Deutschland. Bei der Olympiade schaffte er es in Runde drei.

Kempen. „Ich wollte andere Schüler kennen lernen, die sich für Biologie interessieren. Außerdem war es eine persönliche Herausforderung und macht sich gut in einer Bewerbung“, sagt Jan Seemann. Der 18-jährige Schüler des Thomaeum hat es in die dritte Runde der 22. Internationalen Biologie-Olympiade 2011 an der Universität Kiel geschafft. Damit gehört er zu den 45 besten Jung-Biologen Deutschlands.

„Für einen Zwölftklässler ist das eine große Leistung. Eigentlich sind erst Schüler in der 13. Jahrgangsstufe so weit, wie Jan jetzt schon ist“, sagt Frauke Stürtz, Betreuungslehrerin der Bio-Olympiade. Für die erste Runde musste Jan eine Hausarbeit schreiben.

„Dabei musste ich vier Aufgaben bearbeiten, die alle Aspekte der Biologie abdecken.“ In der zweiten Runde galt es für die 400 Besten eine zweistündige Multiple-Choice-Klausur zu schreiben. Dazu gehörte neben Jan auch Cynthia Leenen. Die dritte Runde verpasste die 17-jährige Zwölftklässlerin vom Thomaeum jedoch.

Für die Prüfungen ging es für fünf Tage an die Uni Kiel. „Wir mussten wieder eine Klausur schreiben und praktische Aufgaben lösen“, sagt Jan Seemann. Unter anderem wurden Insekten bestimmt, Pflanzenschnitte angefertigt und Stoffwechsel-Versuche ausgewertet. Jan: „Meine Botanik-Klausur lief nicht so gut.“

Nächstes Jahr wollen Cynthia Leenen und Jan Seemann wieder an der Bio-Olympiade teilnehmen. Vielleicht schaffen sie es dann noch weiter. In die vierte Runde kommen die zehn bis zwölf Besten, von denen die besten vier zur Internationalen Olympiade geschickt werden. Die findet jedes Jahr in einem anderen Land statt.

Bis dahin schreiben beide ihre Facharbeit im Biologie-Leistungskurs. „Jan macht sich super im Kurs. Er hat als zweiten Leistungskurs Chemie. Und wenn ich da mal etwas nicht weiß, kann ich auf ihn zurückgreifen“, sagt Bio-Lehrerin Annika Ritz.

Nach der Schule wollen Jan und Cynthia studieren. „Ich hoffe, ich werde bei molekularer Medizin angenommen. Und nach dem Studium möchte ich in die Forschung“, sagt der 18-Jährige.

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