Grefrath : Ein sehr eindeutiges Bekenntnis für die Landesgartenschau

Die Grefrather Politik hat ein fast einstimmiges Votum zur Bewerbung für die Landesgartenschau 2026 abgegeben. Jetzt will man mit dem Konzept das Land und die Jury überzeugen.

Die Entscheidung kam nicht überraschend, war in ihrer Deutlichkeit aber das erwartet starke Zeichen und veranlasste die Mitglieder des Rates auch zu einer optisch klaren Botschaft: „Grefrath kann Laga“ hielten sie in die Kamera und versinnbildlichten damit ihre breite Unterstützung für das Vorhaben.

Am Donnerstagabend entschied sich der Rat der Gemeinde mit einer überdeutlichen Mehrheit von 27 Stimmen für die Bewerbung der Gemeinde um die Landesgartenschau im Jahr 2026.  Es gab ein Nein aus der Grünen-Fraktion, wo es Bedenken gab, man könne die Gemeinde mit der Landesgartenschau überfordern. Zuvor hatte in der Ratssitzung Christian Rast von der ift Freizeit- und Tourismusberatung, die zusammen mit dem Team der Landschaftsarchitekten RMP Stephan Lenzen die Machbarkeitsstudie dazu erarbeitet hatte, die Ergebnisse vorgestellt.

Die Studie unter dem Titel „„Landesgartenschau Grefrath im Kreis Viersen – bewegt Zukunft“ war von der Wirtschaftsförderung des Kreises Viersen (WFG) in Auftrag gegeben worden. 

Die Planer möchten die Sport- und Freizeitangebote hervorheben und mit Zukunftsthemen wie Nachhaltigkeit und Mobilität verbinden. Der Schwingbodenpark soll das Kernstück bilden. Auch das Freibad, das Freilichtmuseum Dorenburg und der EisSport & EventPark werden einbezogen.

Ein wichtiger Faktor ist, dass vom Eigentümer des Nato-Geländes mittlerweile eine Zusage vorliegt, dass das Gelände für die Laga genutzt werden kann. Darüber hinaus gibt es Außenstandorte, unter anderem die Burg Uda.

Aber auch die anderen Kommunen im Kreis Viersen haben Projekte eingebracht. Im nächsten Monat wird es ein Treffen der Bürgermeister geben, um zu klären, welche Projekte konkret in die Bewerbung einfließen.

Das ehemalige NATO-Gelände kann genutzt werden

Die Landesarbeitsgemeinschaft Gartenbau und Landespflege (LAGL NW), ein Partner in der Durchführung von Landesgartenschauen in NRW, war bereits in Grefrath und hat sich das Konzept und das Gelände angesehen. Aus dem Gespräch konnten noch einige Anregungen gewonnen werden, erklärte Christian Rast den Ratsmitgliedern

Die Machbarkeitsstudie sieht eine Summe von 8,6 Millionen Euro im Durchführungshaushalt und einen Investitionshaushalt von 14,1 Millionen Euro vor. Für die Gemeinde Grefrath würde das ein Investitionsvolumen von 2,75 Millionen Euro bedeuten und einen Zuschuss zum Durchführungshaushalt von maximal 800.000 Euro. Diese Höhe hängt am Ende allerdings von der Zahl der Besucher ab. Der Vorteil der Landesgartenschau sei, so Christian Rast, dass viele Projekte nun schneller und pünktlich bis 2026 umgesetzt werden könnten.

Alle hoffen auf einen Schub für die Gemeinde und die Region

Daraus würden für die Gemeinde eine Menge an positiven Folgewirkungen entstehen. „Das bringt einen Entwicklungsschub, von dem Sie, Ihre Bürger, Ihre Gäste und die ganze Region profitieren werden. Sie sind ein Freizeit-, Sport- und Kulturstandort, der jetzt schon über den Kreis hinauswirkt. Die Landesgartenschau wird zu einer Revitalisierung führen.“

In der Debatte unterstrichen fast alle Redner die Chancen des Projekts. „Ich freue mich sehr über diese Entscheidung“, drückte der Grefrather Bürgermeister Stefan Schumeckers seine Zufriedenheit über das klare Ratsvotum aus. „Wir in der Verwaltung brennen dafür. Das ist eine große Chance für unsere Gemeinde. Mein großer Dank geht an die Wirtschaftsförderungsgesellschaft und den Kreis Viersen, aber auch die Bürgermeisterin und die Bürgermeister-Kollegen im Kreis, dass sie uns als kleinste Gemeinde die Chance geben, uns zu bewerben.“ 

Die beauftragten Planungsbüros werden nun die Bewerbung vorbereiten. Diese muss bis zum 1. November beim NRW–Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz eingehen.

Parallel dazu wird die Gemeindeverwaltung um Bürgermeister Stefan Schumeckers daran arbeiten, die Jury bei ihrem Besuch – wahrscheinlich im Frühjahr 2022 – davon zu überzeugen, dass Grefrath der beste Standort für die Landesgartenschau 2026 ist. „Jetzt müssen wir trommeln“, sagte Stefan Schumeckers. Politik und Verwaltung, aber auch Grefrather Bürger, Schulen, Vereine und Organisationen sollen dazu eingeladen werden, daran mitzuwirken.