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Besucher des Weihnachtshauses in Kempen spenden für Menschen in Not

Kempener spendeten für Menschen in Not : „Weihnachtshaus“ bringt Spenden ein

Besucher gaben am Weihnachtshaus in Kempen fast 900 Euro als Spende ab.

(janj) „Dass so viel zusammenkommt, damit hätten wir nicht gerechnet“, sagt Heidrun Schagen, die Anouk van der Vliet gerade den Scheck in Höhe von 900 Euro für die Aktion „Lichtblicke“ von Welle Niederrhein überreicht. Jedes Jahr verwandelt sich das Heim von Heidrun und Dirk Schagen an der Margeritenstraße in Kempen in ein weihnachtliches „Wunderland“. In diesem Jahr wollte das Ehepaar Menschen, denen es nicht so gut geht, etwas von dem „Licht“ abgeben: „Dafür haben wir einen Briefkasten in eine Spendendose umfunktioniert“, erzählt Heidrun Schagen. Mit großem Erfolg: Viele Menschen kamen zum Schauen und Staunen vorbei und ließen eine Spende zurück. 

Bereits am Wochenende nach St. Martin geht alljährlich für die Schagens langsam los. Bunte Kugeln, riesige Weihnachtsmänner, Rentiere – alles was leuchtet und blinkt, wird vom Speicher nach unten getragen und drinnen und draußen aufgebaut. Das spricht sich auch über Kempen hinweg herum und beschert den Schagens jedes Jahr viele Besucher. „Viele wollten sich einfach mal das Haus anschauen“, sagt die Weihnachtsliebhaberin. So kam auch die Idee, Spenden zu sammeln: „Jeden kann ein Schicksalsschlag von heute auf morgen treffen. Wir wollen gerne Menschen unterstützen, die in Not geraten sind“, erklären die Schagens. Anfang des Jahres machten sie nun „Kassensturz“ und waren überwältigt, denn insgesamt kamen 846,40 Euro zusammen. „Wir haben den Betrag dann aufgerundet, so sind wir jetzt bei 900 Euro“, sagt Heidrun Schagen. 

Solche Aktionen würden genau das ausmachen, wofür die Aktion „Lichtblicke“ gegründet wurde, erklärt Anouk van der Vliet, Chefredakteurin von Welle Niederrhein. „Es ist wirklich so, dass jeder Cent hilft und diese Aktion wie jetzt von den Schagens ist einfach toll“, so van der Vliet. Bei den Schagens landeten Scheine und Kleingeld im Briefkasten. „Es waren auch zweimal 50 Euro dabei, einer schrieb anonym, dass er oder sie die Aktion einfach super findet“, erzählt die Kempenerin.

Das Geld hat Heidrun Schagen bereits überwiesen. Sie hofft, dass sie damit einer Familie oder Einzelperson helfen kann. Seit 1998 sammelt die Aktion „Lichtblicke“ für Kinder, Jugendliche und Familien in NRW, die materiell, finanziell oder seelisch in Not geraten sind. In diesem Jahr sei ein Spendenrekord aufgestellt worden, berichtet Anouk van der Vliet: Mehr als 16 Millionen Euro seien 2021 zusammengekommen. Allein für die Opfer der Flutkatastrophe waren es zwölf Millionen. 

Heidrun und Dirk Schagen sind glücklich, dass sich so viele an ihrer Aktion beteiligt haben und wollen auch im nächsten Jahr wieder ihren Briefkasten für die Aktion „Lichtblicke“ vor die Tür stellen. Jetzt verschwindet auch die Deko von draußen wieder in der Garage und auf dem Speicher. „Drinnen sieht es noch aus wie in einem Warenlager“, gesteht die gelernte Erzieherin und lacht. In elf Monaten wird sich ihr Haus wieder verwandeln. „Hoffentlich kommen dann wieder so viele Menschen und unterstützen uns dabei, dass wir gemeinsam anderen helfen“, sagt Heidrun Schagen.

(janj)