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Ben Burchardt aus Tönisberg gestorben - Bockwindmühle war sein Steckenpferd

Ben Burchardt † : Tönisberg trauert um Ben Burchardt

Burchardt wird am heutigen Samstag in einem Friedwald im Sauerland beigesetzt. Sein Name war fest mit der Tönisberger Bockwindmühle verknüpft.

Mit der Tönisberger Bockwindmühle war in den vergangenen Jahren ein Name fest verknüpft, und zwar der von Ben Burchardt. Umso größer ist die Trauer in diesen Tagen bei vielen Tönisbergern, da heute die Beisetzung des engagierten Mannes in einem Friedwald im Sauerland stattfindet. Burchardt ist im Alter von 76 Jahren gestorben.

Burchardt war kein Ur-Tönisberger, sondern zog 2005 mit seiner Familie in den kleinen Ort. Durch sein Interesse und Engagement für den Wahl-Heimatort integrierte er sich schnell und wurde bereits ein Jahr später Mitglied im Heimatverein. Von 2009 bis 2012 war er dessen stellvertretender Vorsitzender. Auch nach seinem Rücktritt war er weiterhin für den Heimatverein tätig. Die Tönisberger Bockwindmühle wurde sein persönliches Steckenpferd. Sie lag ihm nicht nur einfach am Herzen. Einen Großteil seiner Freizeit verbrachte er damit, das Denkmal Bockwindmühle in seiner Technik und Geschichte zu erforschen.

Er wurde damit zum Ansprechpartner für das historische Bauwerk und Mühlenführer. Es war ihm ein Anliegen, sein Wissen über die Technik und die Geschichte der Mühle an Besucher weiterzugeben und damit das Interesse an dem Denkmal zu wecken. Burchardt tauchte tief in das Thema Bockwindmühle ein, nahm Kontakte zu Mühlenbauern sowie Mühlenvereinen auf und besuchte zahlreiche historische Mühlen. Das gesamte gewonnene Wissen nutzte er zugunsten der Tönisberger Bockwindmühle. Die Ergebnisse seiner Recherchen schrieb er nieder. Dies befähigte ihn, Schäden an der Bockwindmühle zu erkennen und anzumahnen, dass die Tönisberger Mühle für zukünftige Generationen erhalten bleibt.

Der Diplom-Ingenieur war ein Fachmann in Sachen Mühlen

Seiner Hartnäckigkeit, auf dieses Thema immer wieder hinzuweisen, darunter in Sitzungen der zuständigen Ratsausschüsse, ist es zu verdanken, dass umfangreiche Sicherungs- und Erhaltungsmaßnahmen liefen und auch weiterhin geplant sind. Der pensionierte Diplom-Ingenieur wurde durch kontinuierliche Weiterbildung zu einem absoluten Fachmann in Sachen Mühlen und konnte bei der Restauration seine Kenntnisse einbringen. 2012 erfuhr Burchardt durch Peter Kunz von einem weiteren Denkmal, der Zechenanlage. Er schloss sich Kunz an und unterstützte ihn in Aktivitäten zum Erhalt der Zechenanlage. Sie gründeten eine Bürgerinitiative und zwei Jahre später den Förderverein Niederberg, dessen stellvertretender Vorsitzender Burchardt 2016 wurde. Ein Amt, das er bis zur Auflösung des Vereins im September 2019 innehatte. Auch hierbei zeigte er seine Leidenschaft, die Geschichte des Tönisberger Bergbaues zu ergründen und sich geschichtliches sowie technisches Wissen anzueignen, um dies für die Nachwelt festzuhalten. Burchardt gehörte zu den Initiatoren des „Denk mal an Kempen“ und wollte sich in diesem neu entstehenden Verein weiterhin dem Denkmalschutz, insbesondere den Mühlen in Kempen und der Zechenanlage widmen.