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Awo-Standort: „Im Moment nicht in der Diskussion“

Awo-Standort: „Im Moment nicht in der Diskussion“

Geplant ist eine Übergabe an den Gladbacher Verband. Aber: Die Geschäftsstelle in Kempen soll bleiben.

Kempen. Die Stadt Kempen hat eine besondere Beziehung zum Viersener Kreisverband der Arbeiterwohlfahrt, kurz Awo. Denn hier, an der Kleinbahnstraße, ist die Kreis-Geschäftsstelle. Auch deswegen verfolgt man in der Thomasstadt mit Interesse die Verhandlungen zwischen dem hiesigen Kreisverband und der Nachbar-Awo Mönchengladbach.

Dabei geht es um die Übernahme von Diensten durch die Gladbacher. Allerdings sind damit nur die „professionellen Arbeitsgebiete“ gemeint, wie der Kreis-Viersener Geschäftsführer Bernd Bedronka betont. Zu diesen professionellen Diensten gehören Kitas, Pflegeheime oder die Schuldnerberatung. Ein weiteres Beispiel ist das Sozialpsychiatrische Zentrum an der Hülser Straße, das unter anderem auch für Grefrath und Tönisvorst zuständig ist. Kreisweit sind rund 200 Hauptamtliche tätig. Die Arbeitsverhältnisse sollen übergehen.

Als Grund für den Schritt zur Übergabe nennt der Geschäftsführer die Sicherung der Zukunft. Der Kreisverband steckte im vergangenen Jahr in finanziellen Schwierigkeiten (die WZ berichtete). Die „Schieflage 2013“ sei aber inzwischen überwunden, so Bedronka.

Völlig unberührt von den Plänen mit Gladbach soll die eigenständige Vereinsarbeit mit ihren ehrenamtlichen Tätigkeiten bleiben (etwa in der Senioren-Begegnungsstätte in der Nähe der Kempener Burg). Deswegen wird es auch künftig definitiv weiter einen Viersener Kreisverband unter diesem Namen geben.

Dass es zu einer Übernahme der Profi-Dienste durch den Gladbacher Kreisverband kommt, scheint festzustehen. Offen ist laut Bedronka aber noch, wie und wann. Es gebe einen Vertragsentwurf, der beiden Seiten vorliege, so der Grefrather. Und über diesen werde verhandelt. Ein Datum für die Unterschrift steht ihm zufolge noch nicht fest — von einem Termin für die tatsächliche „Überleitung“ der Dienste ganz zu schweigen. „Ein Zeitplan ist mir nicht bekannt“, so der Awo-Chef.

Und was ist mit der Geschäftsstelle an der Kleinbahnstraße? „Der Standort Kempen ist im Moment nicht in der Diskussion“, sagt Bernd Bedronka. Das Gleiche gelte für seine Position: „Ich bin Vereinsgeschäftsführer. Und daran wird sich meiner Kenntnis nach auch nichts ändern.“