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Auszubildender aus Frankreich arbeitet bei Raumausstatter Stenmans

Auszubildender aus Frankreich arbeitet bei Raumausstatter Stenmans

Zwei Wochen lang arbeitet ein Auszubildender aus Frankreich bei Raumausstatter Stenmans. Und er wohnt bei der Familie.

Oedt. Der Besuch aus Frankreich schaut ganz interessiert und macht Fotos, als Norbert Stenmans die Kettelmaschine anwirft, die ein Stück Teppich versäumt. So eine Maschine haben kleinere Raumausstatter-Betriebe in Frankreich selten selbst.

Zwei französische Begleiter sind im Rahmen eines Austausches der Handwerkskammer Düsseldorf zu Besuch. Sie besichtigen Betriebe und besuchen bei der Polsterei und Raumausstattung Stenmans an der Hochstraße 30 den Austausch-Praktikanten Sylvain Gireaud, der für drei Wochen in Deutschland und für zwei Wochen in Oedt ist. Er möchte wissen was an dem Beruf, den er in Frankreich lernt, in Deutschland anders ist. Während die Begleiter den Betrieb erkunden, polstert Gireaud in der Werkstatt einen alten Stuhl neu.

Der 25-jährige Auszubildende arbeitet nicht nur bei Familie Stenmans, sondern wohnt dort auch für die Zeit seines Praktikums. Birgit Stenmans freut sich, einen so aufgeschlossenen und interessierten jungen Mann zu Gast zu haben. „Er interessiert sich sehr für Kunstgeschichte, für die unterschiedlichen Stile“, ist die Gastmutter begeistert.

Und Sylvain Gireaud freut sich, dass er in seiner Gastfamilie das deutsche Leben und jeden Tag etwas Neues kennenlernen kann. So wurde er schon zu Beginn seines Besuchs mit rheinischen Traditionen konfrontiert. Er bekam ein Kostüm und ging beim Oedter Karnevalszug mit. Außerdem schaut er sich Museen an und war auch schon Eislaufen.

Sylvain nimmt aber auch fachlich einiges mit. „Ich werde meinem Chef einige neue Sachen zeigen und ihm raten, auch einige moderne Geräte anzuschaffen“, sagt er. „In Frankreich arbeitet man eher traditionell. Sylvain hat bei uns einige Maschinen gesehen, die es in Frankreich nicht gibt. Dafür ist Austausch ja da“, sagt Birgit Stenmans. Während zum Beispiel in Frankreich der Stoff mit der Schere zugeschnitten wird, übernimmt das im Betrieb von Familie Stenmans eine Maschine millimetergenau.

Im Nachbarland gehört das Nähen nicht zum Berufsbild des Raumausstatters und Polsterers. „Es war für mich neu, an einer Nähmaschine zu sitzen“, erzählt Sylvain. In Frankreich lernt er den Beruf im Wechsel in einem Betrieb in La Rochelle, nahe Bordeaux, und in einer Schule in Tours. Die Grundausbildung dauert zwei Jahre. Nach zwei weiteren Jahren kann man sich selbstständig machen.

Sylvain musste viele Bewerbungen schreiben, um eine Ausbildungsstelle zu bekommen. In Deutschland sei es dagegen immer schwieriger, Azubis zu finden, sagt Birgit Stenmans. Dabei sei die Vielseitigkeit des Berufs besonders spannend. „Historisches Polstern oder modernes, Sonnenschutz und Dekoration. Mal haben wir private, mal gewerbliche Kunden. Das ist abwechslungsreich und macht uns auch unabhängig“, sagt Norbert Stenmans.